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Sieben Kletterer vermisst – Einsatz im Großen Höllental

Eine siebenköpfige Gruppe Freizeitkletterer hatte sich am Jahnsteig im Großen Höllental auf der Rax verirrt. 78 Bergretter eilten den Freizeitsportler zu Hilfe, seilten die Verletzten aus der Felswand und brachten sie sicher ins Tal.

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Sieben Touristen hatten sich im Aufstieg zur Rax am Jahnsteig verstiegen und konnten nicht mehr weiter. Drei Bergsteiger hatten sich beim Versuch, aus der Bredouille zu klettern, Verletzungen an Händen und Beinen erlitten – so lautete die Übungsannahme der Gebietsübung der Einsatzgruppe Süd der niederösterreichischen Bergrettung, bei der am Samstag im Bereich Alpenvereinssteig-Jahnsteig die Einsatzkoordination der Retter unter dem grünen Kreuz auf die Probe gestellt wurde.

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© RAXmedia

Schon der Anmarsch zum Einsatzort erwies sich als Kräfte raubendes Unternehmen. Dann der Aufstieg zu den, an verschiedenen Felsvorsprüngen und mit Seilen gesicherten „Bergopfern“. Die unverletzten Freizeitsportler wurden ins Tal geleitet, die verletzten Bergsteiger mussten rund 300 Meter aus der Felswand abgeseilt werden. Die Übung lief ohne Zwischenfälle ab, das Übungsziel wurde erreicht. Mit dabei waren Teams der Ortsstellen Hohe Wand, Pernitz, Reichenau, St. Corona, Semmering, Triestingtal, Wien und Wienerwald Süd mit insgesamt 78 Bergrettern.

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© OEBRD/Krewenka

Kurioser weise ereignete sich wenige Stunden vor der Übung nur einen Steinwurf vom Übungsareal entfernt ein Unfall, der fast genau der Übungsannahme entsprach: Ein Pärchen (22, 23) aus unserer Region stieg am Freitag über die Teufelsbadstube zur Rax auf, und wollte über den Preintaler Steig ins Großes Höllental absteigen. In der Wandmitte verloren die Freizeitkletterer die Orientierung, gerieten dabei im Bereich Katzenkopf-Zimmersteig (Schwierigkeitsgrad 4) in unwegsames Gelände, in dem sie schließlich weder vor und zurück konnten. Da sie nur mit leichter Sommerbekleidung unterwegs waren, Regenschauer und Wind aber für frostige Temperaturen sorgten, wurde nach dem Hilferuf um 18.30 Uhr von Reichenau aus eine Rettungsaktion gestartet. Helmut Dittler von der Ortsstelle Reichenau skizziert: „Eine Felsbergung in der Nacht bedeutet immer eine erhöhte Steinschlaggefahr, deshalb wurde die Felswand mit Hilfe einer mobilen Lichtkanone ausgeleuchtet. Der Einsatz dauerte fünf Stunden. Knapp vor Mitternacht hatten wir das Pärchen in Sicherheit.“

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