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Neues aus der Scheibenwelt – von Country über Metal und Electronic bis Jazz

Eure Ohren werden Augen machen: Bunt gemischt aus dem Universum der Klänge, Rhythmen und Melodien sind wieder 20 Silberlinge auf der Scheibenwelt gelandet. Und die Livetermine der Interpreten gibts auch dazu – soweit bekannt…

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The Coronas – Trust The Wire | The Coronas fünftes Album könnte viele Fans überraschen. Im Gegensatz zu den Vorgängern entwickelt die irische Band auf Trust The Wire mit melodischem Pop, üppiger Elektronik, atmosphärischen Klängen erneut einen abenteuerlustigen neuen Sound. Das Album landete Ende Juni auf der Scheibenwelt.

Zehn Jahre nach ihrem Debütalbum, nach weltweiten Tourneen, nach Spitzenpositionen in den Charts, nachdem ihre jugendlichen Träumereien nicht nur eingeholt, sondern inzwischen übertroffen wurden, bewegen sich The Coronas mit traumwandlerischer, seiltänzerischer Sicherheit auf neuen musikalischen Feldern und gehen Risiken ein, die man so von einer Band nicht erwartet, die berühmt für ihre Lieder zum Mitsingen ist.

Natürlich gibt es noch akustische Gitarren, aber sie ziehen sich hinter Synthesizer und Orgel zurück. Sowohl Nyancen und Feinheiten als auch große, melodische Parts lassen den Songs die Zeit, die sie brauchen, um sich zu ihrer wahren Größe zu entwickeln. Traumhafte Vocoder Sequenzen, elektronisches Schlagzeug mit großer Transparenz und hypnotischen Sounds, konzentrierte, ehrliche, intime und introvertierte Texte ergeben ein ganz außergewöhnliches und faszinierendes Gesamtkunstwerk.

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Trust The Wire mag ein neues Kapitel in der Karriere der Coronas begründen, trotzdem blieben natürlich diverse musikalische Markenzeichen der vorherigen Alben der Band erhalten, nicht zuletzt die prächtigen, intensiven Refrains und die symbolischen, aussagekräftigen Texte.

The Coronas live in A: 5.10.2017 – Wien – Reigen

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Stone Sour | Hydrograd | Die Band um Slipknot Frontmann Corey Taylor ist mit „Hydrograd“ am Freitag auf die Scheibenwelt zurückgekehrt. Und sofort wurde klar, dass es sich hier nicht um eine andere Gattung von Slipknot handelt – Wir erleben Grunge und Punk-Metal-Ausbrüche, die Sympathien für Alice In Chains und Metallica erahnen lassen, wobei Stone Sour die aggressiven Attacken zugunsten eines intimen, ernsten und vergleichsweise konventionellen Heavy-Rock-Ansatzes aufgeben.

Aufgenommen mit Produzent Jay Ruston in den Sphere Studios in North Hollywood, Kalifornien machen Stone Sour mit „Hydrograd“ dort weiter, wo sie von den Fans und der Presse seit fünf Alben geliebt werden. Zuletzt veröffentlichten sie 2012/13 „House Of Gold & Bones“.

Stone Sour live in A: 12.12.2017 – Wien – Gasometer

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Sasquatch | Maneuvers | Sasquatch ist ein bekanntes nordamerikanisches Fabelwesen, in unseren Breiten als Bigfoot bekannt. Und hat der Stoner Rock mit seiner behäbigen, energiereichen Musik nicht eine Menge Gemeinsamkeiten mit dem haarigen Riesen aus den amerikanischen Wäldern?

Sasquatch sind eine Stoner-Rock-Band, 2001 in Los Angeles, USA, gegründet und von Metal, Rock und psychedelischer Musik geprägt. Zu ihren Haupteinflüssen zählen Led Zeppelin, Black Sabbath, The Beatles, Soundgarden, Alice in Chains, Judas Priest, Motörhead und AC/DC und so rocken die Kalifornier auf ihrem aktuellen Album auch recht entspannt dahin.

Mit Rational Woman und More Than You´ll Ever Be wird die Richtung auf Maneuvers vorgegeben. Straighter Stoner Rock mit dezenten Einflüssen aus Psychedelic Rock und einer gehörigen Portion Metal, und das klingt gut so.

Sasquatch live in A: 4.8.2017 – Waldhausen – Lake On Fire Festival

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Royal Blood | How Did We Get So Dark? | Ihr Debütalbum erschien 2014 auf der Scheibenwelt und bescherte Royal Blood den Durchbruch zur erfolgreichsten neuen UK-Rockband. Kürzlich brachten Mike Kerr und Ben Thatcher ihr zweites Album heraus: How Did We Get So Dark?

Die zehn Tracks von auf dem brandneuen Silberling wurden instrumental während Sessions in Brighton, Hollywood, Los Angeles und Nashville aufgenommen. Royal Blood erkunden darauf Wege, ihren wuchtigen Sound aufs Wesentliche zu reduzieren und ihm so mehr Raum und Wirkung zu verschaffen. Die Songtexte sind inspiriert von Geschehnissen, die sich im Leben von Sänger und Bassist Mike Kerr abspielten, seit sich der Erfolg für die Band einstellte.

Im vergangenen November verbrachten Kerr und Drummer Ben Thatcher sechs Wochen in einem Studio in Brüssel. Im Anschluss wurde How Did We Get So Dark? nach einer finalen Session in London fertiggestellt, gemeinsam mit Tom Dalgety, der auch schon ihr Debütalbum coproduziert hatte.  Getragen von einer Abrissbirne von einem Groove und zementiert von Thatchers donnernden Rhythmen, treibt Kerr seine ganz eigenen Interpretationen gewundener Bass-Riffs auf ein komplett neues Level. Die bewährte Zwei-Mann-Artillerie sorgsam konstruierter melodischer Aggression zieht sich durch das gesamte Album. Es gibt Momente, in denen Royal Blood intuitiver denn je vorgehen. Auf dem Album verfeinern Royal Blood einerseits ihre melodische Macht, zugleich hält es Songs bereit, die ihre Live-Sets um neue Dimensionen erweitern werden.

Royal Blood live in USA: 7.10.2017 – San Bernadino – Cal Jam 17

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Kaiser Franz Josef | Make Rock Great Again | Das Jahr 2017: Überall auf der Welt werden die Karten neu gemischt. Nicht nur die Vereinigten Staaten, auch die gesamte internationale Rockwelt bekommt ein neues Oberhaupt: Die stilistische Abstammung von Kaiser Franz Josef lässt sich in direkter Linie auf große Formationen aus fünf Jahrzehnten Musikgeschichte zurückverfolgen: Rock`n`Roll, Heavy Rock, Doom, eine Prise Stoner Rock und natürlich Grunge – Black Sabbath, Queens Of The Stone Age, Hellacopters oder Soundgarden spendeten die Einflüsse, die die Österreicher auf „Make Rock Great Again“ zu ihrem kaiserlichen High-Energy-Mix verquirln, handgemacht, schnörkellos und ohne Umschweife mitten in die Gehörgänge.

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Kaiser Franz Josef

Mit dem österreichischen Trio tritt der neue Rock-Adel an, veraltete Traditionen mit seinem royalen Kick-Ass-Sound gründlich von der Platte zu fegen und auf moderne, frische Art zu präsentieren. Nachdem Kaiser Franz Josef kürzlich beim Nova Rock die Pampa erbeben ließen, knallt die zu allem entschlossene Dreiertruppe aus Wien nun nochmal eins oben drauf – ganz getreu dem Motto ihres brandneuen Albums: „Make Rock Great Again“. Kaiser Franz Josef lassen die Amps glühen und haben auf ihrem Silberling die rohe Liveenergie ihrer schweißtreibenden Shows gekonnt eingefangen – mit teilweise selbst gebauten Mikrophonen. Lo-Fi Dirtyness als vornehmste Kaiserpflicht. Hochglanzscheiß? Nein danke. 

Kaiser Franz Josef live in A: 29.7.2017 – Wien – Popfest am Karlsplatz

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Vero Wölff | Covers 01 | Vero Wölff ist ein Multitalent, Lehrerin, Künstlerin, Sängerin. Im Schwarzatal ist sie durch ihre Auftritte bei den verschiedensten Anlässen seit Jahren wohl bekannt. Jetzt hat Vero ihre erste Solo-CD mit Coverversionen Janis Joplin, Leonard Cohen, Adele, Ry Cooder und anderen veröffentlicht. Und mitten drin ist mit ‚Ginger‘ auch eine Eigenkomposition versteckt.

Covers 01 gibt es bei Vero Wölff in der Galerei Arthoff am Orthof in Breitenstein und bei den Auftritten der Künstlerin, ja und im Park Café in Reichenau ist Vero auch anzutreffen.

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Vero Wölff mit Gitarrenguru Peter Ratzenbeck

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Natalie Merchant | The Natalie Merchant Collection | Die US-amerikanischen Singer-Songwriterin mit der unverwechselbaren Stimme veröffentlichte Ende Juni „The Natalie Merchant Collection“, ein Deluxe-CD-Boxset, das sie für ihre Fans zusammengestellt hat. 

Die Kollektion enthält zehn Silberscheiben, darunter sämtliche acht Studioalben aus den vergangenen drei Jahrzehnten. Die neunte Disc, Butterfly, ist ein neues Studio-Set, das vier neue Songs und sechs neu interpretierte Stücke aus ihrem Katalog enthält, allesamt für Streicherquartett arrangiert.

Die zehnte Disc enthält Raritäten, eine Sammlung von 15 bisher unveröffentlichten Tracks, die zwischen 1998 und 2017 aufgenommen wurden und einen einzigartigen Einblick in Merchants kreatives Experimentierfeld zwischen Homestudio-Demos, Album-Outtakes, Live-Tracks und Kollaborationen mit so unterschiedlichen Künstlern wie Billy Bragg, David Byrne, The Chieftains, Cowboy Junkies und Amy Helm bietet. 

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Steve Earle & The Dukes | So You Wannabe an Outlaw | Der US-amerikanische Schriftsteller, Songwriter und Countrysänger Steve Earle musiziert seit seinem 14. Jebensjahr. Mit ‚So You Wannabe an Outlaw‘ landete er sein 34. Album auf der Scheibenwelt. Und wie schon auf seinen bisherigen Silberlingen und Vinylscheiben – Guitar Town erschien 1986 – erzählt er Geschichten aus dem Alltag. Unterstützt wird Steve Earle von seiner langjährigen Band The Dukes, bestehend aus Gitarrist Chris Masterson, dem Geiger Eleanor Whitmore, Bassist Kelly Looney sowie den neuen Mitgliedern, Schlagzeuger Brad Pemberton und Pedal-Steel-Gitarrist Ricky Ray Jackson.

Für die Aufnahme verschlug es Steve Earle & The Dukes zum ersten Mal nach Texas, genauer genommen in die Arlyn Studios in Austin. Als Gäste begrüßte Earle ein paar hochkarätige Kollegen im Studio: Willie Nelson, Johnny Bush und Miranda Lambert sind in jeweils einem Song von So You Wannabe An Outlaw zu hören. Insgesamt warten auf dem neuen Album zwölf Lieder, mit denen der Musiker zu seinen musikalischen Wurzeln und rauen Outlaw-Country-Tagen zurückkehrt.

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Tindersticks | Minute Bodies: The Intimate World Of F. Percy Smith | Die Tindersticks werden für ihre episch-düsteren Alben geliebt. Geprägt ist ihr charakteristischer Sound vom dunklen Bariton des Sängers Stuart A. Staples und komplexen Arrangements mit Instrumenten wie Rhodes Piano, Bläsern und Glockenspiel. 1991 in Nottingham gegründet, avancierte die Gruppe dadurch zu einer der wichtigsten experimentellen Pop-Bands der vergangenen Jahre.

Ihre Texte bewegen sich oft an der Grenze zur Literatur. Außerdem unternahm sie mehrere Ausflüge ins Film-Genre, etwa bei Zusammenarbeiten mit der französischen Regisseurin Claire Denis.

Ihr neustes Projekt ist nun eine Live-Vertonung des Films Minute Bodies – The Intimate World Of F. Percy Smith, eine Hommage an den britischen Filmpionier Frank Percy Smith (1880-1945) … und bringt den idealen Soundtrack für deine bunten Bilder im Kopf.

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Prince And The Revolution | Purple Rain | Das 3er-CD+DVD-Set Purple Rain Deluxe enthält das offizielle Paisley Park Remaster der Originaltapes des Soundtracks von 2015, der eine bisher unveröffentlichte Vision des Albums offenbart, die Prince persönlich noch vor seinem Ableben im Jahr 2016 beaufsichtigte. Die Disc From The Vault & Unreleased präsentiert elf Juwelen, die aus Princes legendärem Archiv hervorgezaubert wurden. Neben Electric Intercourse enthält das vierfach-Album viele Raritäten, etwa Our Destiny / Roadhouse Garden von 1984, das 1983 aufgenommene Instrumental Father’s Song und viele mehr.

Zusätzlich zum Original Album (2015 Paisley Park Album Master) und From The Vault & Unreleased, präsentiert Purple Rain Deluxe – Expanded Edition eine dritte Disc mit Single Edits & B-Sides sowie die Konzert-DVD Prince And The Revolution Live At Carrier Dome, Syracuse, N.Y., March, 1985. Audio und Video wurden vom Original Produktions-Mastertape aufbereitet, und es eröffnet einen exklusiven Eindruck von der Leidenschaft und der Kraft der legendären Live-Performances von Prince während einer der meistgefeierten Schaffensphasen des Künstlers.

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Vintersorg | Till Fjälls del II | Groß war die Spannung, wie das schwedische Duo Vintersorg an das epochale Naturbål von 2014 anknüpfen würden. Da Vokalist und Vordenker Andreas ‚Vintersorg‘ Hedlund nicht gerne auf der Stelle tritt, hat er das gänzlich Unerwartetes getan und mit Till Fjälls del II die Fortsetzung zum Meilenstein von 1998 geschaffen. Das bedeutet eine Abkehr von wissenschaftlicher Thematik und allzu progressivem Songwriting und eine Rückkehr zu gewaltigen Gebirgszügen, geballter Naturromantik, nordischen Sagen, von Epik und Folklore durchzogenem Black Metal.

Der Pagan-Folk-Metal-Visionär und Borknagar-Fronter Andreas ‘Vintersorg’ Hedlund hat mit Till Fjälls del II ein beeindruckendes Werk vorgelegt, das auch Fans von Bathory, Enslaved, Finntroll, Borknagar and Moonsorrow in den Bann ziehen wird. Vintersorg liefern eine atemberaubende Vision von gleichsam harschem wie melodischem Klang, der das Extreme der späten 1990er Jahre mit dem Fokus von 2017 verbindet. To the mountains … geballte Naturromantik.

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AJR | The Click | DIY ist auch nicht mehr, was es mal war: denn was die drei New Yorker Brüder Adam, Jack und Ryan Met (= AJR) seit mehr als zehn Jahren im Wohnzimmer ihres Apartments im Stadtteil Chelsea musikalisch auf die Beine stellen, klingt alles andere als selbstgemacht.

Nach zwei EPs 2013 und 2014 und dem US Top 20-Album Living Room von 2015, veröffentlichten AJR im vergangenen September die EP What Everyone’s Thinking. Mit The Click liegt nun das zweite Album des Trios vor. Und das geht schön flockig und folkig und locker in die Gehörgänge – sommerlich entspannt halt.

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Havana Maestros |Made In Cuba | Kuba ist voll unwiderstehlich guter Sounds und einzigartiger Rhythmen, das weiß man nicht erst seit dem weltweiten Erfolg des Buena Vista Social Clubs.

Ende Juni landete ein Album auf der Scheibenwelt, auf dem Kubas Musikkultur eine aufregende Fusion mit internationalen Smash-Hits eingeht: Für Made in Cuba hat ein All-Star-Cast legendärer kubanischer Musiker und Arrangeure bekannte Songs neu aufgenommen.

Um die originalen Gesangsstimmen der Songs wurden neue Klanggerüste voller Feuer, Finesse und Flair erschaffen, die einen augenblicklich in ihren Bann nehmen. Das Album Made in Cuba von den Havana Maestros vereint die größten Welthits aus diversen Epochen der Musikgeschichte in kubanischem Sound. Die Musiker und Produzenten schaffen es damit, Songs wie Get Your Freak On von Missy Elliott, (Sittin’ On) The Dock Of The Bay von Otis Redding, Stand By Me von Ben E. King und Good Times von Chic in ganz neuem Glanz erstrahlen zu lassen – ein Album, in dem westliche Popkultur und kubanische Lebenskultur zu einem mitreißenden musikalischen Gipfeltreffen zusammenfinden und das hört man Made in Cuba mit jeder Note an.  

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Maddes | Tools Of No Use | Homerecording klang noch nie so gut“, meinte Mastering-Engineer Julian Lowe (Björk, dEUS) über die neueste EP von Maddes. Hinter diesem Namen versteckt sich das Recording-Projekt von Matthias Roos aus Saarbrücken, der seit den späten 1990ern als Multiinstrumentalist, Singer-Songwriter und Producer aktiv ist.

Seine neueste EP Tools of No Use ist eine Mischung aus Gitarren-Indie, Dream Pop, Electro mit Jazz-Einschlägen und einem 1980/90er-Touch. Der Silberling enstand in Zusammenarbeit mit Filippo Gaetani (Papermoon, Andy Bell), Fraser Smith (Little Man Tate, Shed Seven), Marco Divic (Soft Plastic) und Julian Lowe aus London. Eine Kombination aus eingängigen Hooks, hypnotischen Harmonien und Lyrics mit Köpfchen, eingebettet in einem catchy Alternative-Pop-Rock-Sound.

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Maddes

Maddes‘ ruhige Stimme, Indie-Pop-untypisch mit Morrisey oder gar Neil Tennant verglichen, wird von rhythmisch verspielten und vielschichtigen Arrangements getragen. Das Fundament der Songs besteht aus Schlagzeug, Gitarren und Synthesizern. Zwischen verträumten Textzeilen und offenen Harmonien weht ein melancholischer Wind, der ab und zu von einer unerwarteten Wendung gebrochen wird. Für Close To Something nahm Roos die Berliner Sängerin Eva Stock (Bikini Jesus) mit ins Boot.

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Nils Wülker | On | Nils Wülker ist in den vergangenen fünfzehn Jahren zu einem der erfolgreichsten Jazztrompeter- und Komponisten Europas avanciert. Bereits mit sieben erhielt der 1977 in Bonn geborene Musiker Klavierunterricht, im zehnten Lebensjahr schwenkte er auf die Trompete um – klassisch, von Jazz noch keine Spur.

Während eines Austauschjahres in den USA entdeckt er mit sechzehn den Jazz und findet via US3s Cantaloop und dessen ursprünglichem Komponisten Herbie Hancock zu Miles Davis. Zurück in Deutschland wird er 1996 für das JugendJazzOrchester NRW entdeckt. Schon während des Studiums außerdem in Peter Herbolzheimers BuJazzO, der RIAS Bigband oder Thärichens Tentett aktiv, veröffentlicht Nils Wülker noch vor seinem Abschluss im Jahre 2002 sein, von Kritik und Publikum, hochgelobtes Debütalbum High Spirits mit Gene Calderazzo und Orlando LeFleming – als erster deutscher Jazzmusiker bei Sony Music. Im Folgejahr komponiert, spielt und produziert der damals 26-jährige eigene, neue Musik für die Space Night des Bayerischen Fernsehens, die auf dem Album Space Night Vol. 10 Jazz mit Wolfgang Muthspiel und Jochen Rückert veröffentlicht wird. Zwischen 2005 und 2012 veröffentlicht Nils Wülker auf seinem Label EAR Treat Music fünf eigene Alben, mit Gästen wie Torun Eriksen, Silje Nergaard, Ulita Knaus oder Dominic Miller, 2013 wird er mit dem ECHO Jazz als „Instrumentalist des Jahres“ in der Kategorie Blechblasinstrumente ausgezeichnet und 2014 für sein Album „Safely Falling“ mit dem German Jazz Award in Gold vom BVMI. Sein achtes Album Up erschien im Februar 2015 bei Warner Music. Für das Album arbeitete Nils Wülker u.a. mit Jill Scott und Mocky in L.A., Craig Armstrong in Glasgow, Peter Vettese in London, Xavier Naidoo, Max Mutzke und Sasha. 

Neben der ausgedehnten Up-Tour spielte Nils Wülker in den vergangenen zwei Jahren als Gastsolist mit Gregory Porter, E.S.T. Symphony, Max Mutzke und Klaus Doldinger, verantwortete im Vorjahr die musikalische Gestaltung des Grimme Preises und nahm Solo Features für Marteria und Lina Maly auf. Sein in Zusammenarbeit mit The Krauts (Produzenten Marteria, Peter Fox) und Ralf Mayer (Clueso, Fantastische Vier) produziertes Album On erschient Anfang Juni und ist ein weiterer Beweis für das geniale atmosphärische Spiel des deutschen Spitzentrompeters.

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Klyne | Klyne | Sänger Nick Klein und Producer Ferdous Dehzad sind Sandkistenfreunde und wuchsen in der niederländischen Kleinstadt Helmond auf. Gemeinsam gründeten sie das Duo Klyne mit dem sie  sanften, melodischen Pop zaubern. Klyne machten erstmalig mit ihrer umjubelten Debüt-EP Paralyzed von sich reden sowie mit ihrem ersten Remix, einer Neubearbeitung des Disclosure-Tracks Omen mit Feature von Stan Smith, noch bevor das Duo bei Because Music unterzeichnete und dort seine ersten beiden Singles Don’t Stop und Water Flow veröffentlichte.

In Folge ihrer ausverkauften Headliner-Show in der Londoner The Pickle Factory und der ersten beiden grandiosen Vorboten ihres bevorstehenden Debüt-Albums Still Not Over You und Sure Thing haben sich Klyne die Latte ausgesprochen hoch gelegt. Ihre unkonventionellen Pop-Produktionen sowie die begleitenden, stets gut durchdachten Visuals sprechen für sich. Kein Wunder also, dass ihr Ende Juni erschienener Debüt-Longplayer bereits als eines der vielversprechendsten Alben des Jahres gehandelt wird.  

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Peter Perrett | How The West Was Won | In den Händen bestimmter Songwriter würde eine Geschichte über Wiederauferstehung und Erlösung ein wenig hohl klingen. Schlimmer noch, sie hätte womöglich den Anschein von pseudomessianischem Psychogeschwätz. Doch im Falle des Songwriters Peter Perrett haben sich gängige Regeln noch nie anwenden lassen.

Perrett, dessen prägnante Handschrift und bissiger Tonfall ihn zu einer der markantesten Stimmen der Siebziger (und kurzzeitig der Neunziger) gemacht haben, hat tatsächlich eine Geschichte zu erzählen, die von Wiederauferstehung und Erlösung handelt. Auch wenn er sie mit seinem typisch trockenen Humor weitschweifig ausschmückt, grenzt es an ein Wunder, dass er sie überhaupt erzählen kann.

Perrett hatte sich einen Namen mit den Only Ones (1976–1981) gemacht und für die Band Songs über sein Leben geschrieben, das von Dekadenz geprägt war, ohne dass er dabei großartig über irgendwelche Konsequenzen nachgedacht hätte. Die zwei Dekaden, in denen er seiner Drogensucht ausgeliefert war, sind natürlich seine ganz private Angelegenheit, aber für die Musik war es ein herber Verlust. Umso freudiger ist die Überraschung, nun einem älter und weiser gewordenen Peter Perrett zu begegnen, der darüber singt, dass Musik nun wieder durch seine Adern pulsiert. Man höre sich nur einmal Something In My Brain an, der Song erzählt von guten Entscheidungen, schlechten Entscheidungen und schließlich der einzigen zu treffenden Entscheidungen, die ein Überleben garantieren. Perrett ist jetzt 65 Jahre alt und sich im Jahr 2017 seiner eigenen Sterblichkeit mehr als bewusst und betrachtet Krankheit nicht mehr länger als ein Berufsrisiko oder den Tod als Quelle der Unterhaltung, wie er dies noch 1978 als großspuriger junger Existentialist getan hatte.

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Denai Moore | We Used to Bloom | Denai Moore war noch ein Teenager, als ihre musikalische Karriere begann. Nach Auftritten bei Open Mic Nights brachten sie die außergewöhnliche Natur und Klangfarbe ihrer Stimme schon bald auf größere Bühnen. Bereits ihre Debüt-EP Faudade bescherte ihr 2013 einen Auftritt bei Jools Holland, und nach ihrem gefeierten Debütalbum Elsewhere von 2015 rissen sich Kollegen wie Plan B, SBTRKT, JMSN, Mr Mitch, Mura Masa und Astronomyy geradezu darum, mit ihr zu kollaborieren.

Die in Jamaika geborene und im Londoner Stadtteil Stratford aufgewachsene  Denai Moore schrieb ihre Erfahrung auf und erzählt sie auf ihrem neuen Album We Used To Bloom mit schonungsloser Offenheit. Die zehn Songs zeigen eine junge Frau, die sich über die Welt und ihren Platz darin Gedanken macht, zugleich kartographieren sie ihre sich entwickelnde Beziehung zu sich selbst, zwischen Selbstbewusstsein und Selbstbild, von einer anfänglich lähmenden Angst, ihren perfektionistischen Ansprüchen nicht genügen zu können, zu einem neu gefundenen Glücksgefühl, eben dies nicht zu müssen – und sich stattdessen so zu akzeptieren, wie sie ist. Bemerkenswert an Denai Moores Musik bleibt dabei, wie sie sich jeglichen Genre-Schubladen widersetzt – es gibt R&B-Einflüsse, sicher, daneben jedoch merkt man den Songs Denais Liebe zu Folk und Soul an.

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Verschiedene Interpreten | Mega Hits 2017 | Zum Schulschluss machte Universal seinen Sympathisanten ein musikalisches Geschenk in Form der MegaHits – Sommer 2017. Insgesamt 44 Tracks lassen alle Liebhaber kommerzieller Charts voll auf ihre Kosten kommen. Die erste CD startet mit dem aktuellen Hit OK von Robin Schulz und James Blunt. Auch der Dauerbrenner von Coldplay  Something Just Like This fehlt nicht. Künstler wie Alle Farben, Felix Jaehn, Kay One, David Guetta, Ed Sheeran, Kygo, Katy Perry, Galantis, Martin Garrix und Cheat Codes sorgen für Vielfalt der ersten Silberscheibe

Silberling Zwei steht ganz im Zeichen aktueller, kommerzieller Charthits: Adel Tawil, Rita Ora, Linkin Park, James Blunt, Jasmine Thompson, Afrojack, Alvaro Soler, Lady Gaga und 257ers verleihen vielseitige Sounds, aufgebrezelt mit den Tracks Skin von Rag ‚N‘ Bone Man und Baby von Bakermat. Auch als Geschenk ein Tipp. 

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Verschiedene Interpreten | Too Slow To Disco Vol 3 | Es ist wieder soweit, Too Slow To Disco ist zurück mit Volume 3. Eine gute Gelegenheit sich an die gute, alte Zeit zu erinnern, als das orangeste an Amerika noch der Sonnenuntergang in Kalifornien war. Und Volume 3 kommt mit noch mehr Balladen von weißen Männern daher, die lieber schwarz wären, mit noch mehr Whirlpoolschaum aus luxuriösen, überbordenden Sounds, befeuert von völlig übertriebenen Studio-Budgets und bekokstem Grössenwahn. Und doch schimmert auch in diesen Songs immer wieder diese fast schüchterne, ehrfürchtige Liebe zum Soul durch. Ein Widerspruch? Ja, wie fast alles an der Musik der späten 70er aus L.A. und Umgebung. Die meisten der Songs mögen die Charts verpasst haben, können aber problemlos Herzen brechen. Und eine Premiere: Die brandneue Compilation bringt mit dem sehr charmant französischen Quand tu Te Laisse Aller (“Wenn du dich gehen lässt”) von Dwight Druick, Songwriter aus Montreal, den ersten nicht-englischsprachigen Song.

Killer-Tunes, geschrieben und gespielt von übertalentierten Musikern, die später in ihrem Leben oftmals den einen oder anderen Welthit für andere Musiker schrieben und sich etliche Grammys in die Tasche stecken konnten. So hören wir einen ungeplanten Pop Crossover Hit von Fusion/Jazz Gitarrist Lee Ritenour, einen Tupfer Funk von Archie James Cavanaugh, einem in Alaska geborenen indianischen Tlingit. Nach sehr langem Drängeln und Quengeln bekamen die Herausgeber auch das Okay, den Song Shakedown Street von Grateful Dead auf die vorliegende Compilation brennen zu dürfen. Ausserdem dabei, der früh verstorbene Saxophon-Virtuose Cornelius Bumpus, ein langjähriges Mitglied von Steely Dan, genauso wie Steely Dan’s Bandmember und legendärer Westcoast-Hollywood-Studio-Boss Larry Carlton mit seinem schrägen Blue Eyed Funk.

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Alle vorgestellten Alben gibt’s im Plattenladen ums Eck, aber auch in der Downloaderie deines Vertrauens und beim Internet-Dealer.

Liveauftritte sind jeweils – soweit sie uns bekannt sind – angegeben.

Viel Freude beim Scrollen durch die Neuerscheinungen und Peace bis zur nächsten Reise auf die Scheibenwelt

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Coverfotos © Record Companies, Promotion

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