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Reichenauer Bergrettung holte im Vorjahr 46 Menschen aus Fels und Eis

Im abgelaufen Jahr wurde die Bergrettung Reichenau zu insgesamt 40 Einsätze gerufen. Damit hat sich die Anzahl der Einsätze gegenüber dem Jahr 2016 leicht verringert, die Art der Einsätze aber dramatisch verändert – Einsätze zwischen fünf und zehn Stunden Dauer waren 2017 keine Seltenheit.

Obwohl die Retter aus Reichenau nahezu 11.000 Stunden freiwillig und ehrenamtlich im Einsatz waren, Dienste leisteten und Ausbildungskurse besuchten, konnte ein Bergsteiger nur noch tot, 22 verletzt und 23 unverletzt, also insgesamt 46 Personen geborgen werden.

Großes Glück hatte eine tschechische Seilschaft, bestehen aus zwei Männer und einer Frau, im August. In der vorderen Blechmauer stürzte ein Kletterer ca. 60 (!) Meter ins Seil und zog sich dabei eine schwere Brustkorbverletzung, einen offenen Unterschenkelbruch und eine Kopfverletzung zu. Der verunglückte Tscheche wurde von der Einsatzmannschaft der Bergrettung Reichenau übernommen und zum Abtransport mit dem Notarzthubschrauber CIII vorbereitet. Da sich die beiden Angehörigen der Seilschaft noch in ca. 140 Meter Höhe in der Wand befanden kletterte eine Seilschaft der Bergrettung zur Bergung auf. Die Frau (57) wurde leicht verletzt der andere Kletterer (34) blieb unverletzt.

Erster Defi-Einsatz der Bergrettung im Gelände

Die Ausstattung aller niederösterreichischen Bergrettungsortsstellen mit Defibrillatoren im vergangen Jahr rettete eine Bergsteiger aus dem Wiener Umland das Leben. Der Bergsteiger war im Oktober am Törlweg auf der Rax unterwegs als er einen Herzstillstand erlitt. Seine Begleiterinnen, zwei Ärztinnen aus Wien, reanimierten den Patienten bis zum Eintreffen der Bergrettung. Nach dem zweiten Stromstoß begann das Herz des Verunfallten wieder selbständig zu schlagen.

Nach Defi-Einsatz wurde der Bergwanderer mit Heli Christophorus III ins Spital ausgeflogen.

Er wurde kurze Zeit später vom Notarzthubschrauber Christophorus III übernommen und in das Krankenhaus geflogen. Dies war der erste erfolgreiche Einsatz eines Defibrillator der niederösterreichischen Bergrettung im Gelände.

Bei Suchaktion nach einem Abgängigen drei Verirrte gefunden

Im November verirrte sich ein Tourist beim Abstieg vom Hochschneeberg auf einem nicht markierten Jagdsteig durch den Stadelwandgraben am südlichen Schneeberg. Die 14 Mann der Bergrettung, die in das Suchgebiet aufbrachen, konnte den Hilfesuchende an der Abbruchkante des Wasserfalles am „Wasserofen“ lokalisieren.

Ein Verirrter wurde gesucht, drei wurden gerettet.

Zur Überraschung der Retter hatte sich die Zahl der Hilfesuchenden in der Zwischenzeit auf drei erhöht, da sich zwei andere Kletterer aus der Stadelwand ebenfalls verirrten und an derselben Stelle auf Hilfe warteten. Die drei unverletzten Bergsteiger konnten mittels Taubergung aus der Gefahrenzone befreit werden.

Dies sind drei Beispiele von Einsätzen im Herbst des Vorjahres. Rückblickend hat sich der Trend, die Suche nach und Bergung von unverletzten Touristen, aus den letzten Jahren fortgesetzt. „Mit der Schisaison 2018 hat der letzte, von ehemals fünf Liftanlagen im Einsatzgebiet, der Schlepplift Ebenwald auf der Rax, geschlossen. Der Schwerpunkt der alpinistischen Aktivitäten verschiebt sich daher in Richtung Schibergsteigen und Schneeschuhwandern. Diesen Umstand hat die Bergrettung Reichenau bereits im Sommer mit der Errichtung von Materialdepots an exponierten Orten Rechnung getragen um auch in Zukunft effizient und schnell helfen zu können“, skizziert Helmut Dittler von der Reichenauer Bergrettung.

Fotos: Bergrettung Reichenau

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