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Neunkirchner SchülerInnen im Atomkraftwerk von Zwentendorf

Kürzlich unternahmen die SchülerInnen des BG/BRG Neunkirchen unter der Leitung ihrer Lehrerin Petra Ponweiser-Traint eine Exkursion zum Atomkraftwerk Zwentendorf. Dort erfuhren sie viel über das ’sicherste Atomkraftwerks der Welt‘, das – fertiggestellt – nach einer Volksabstimmung am 5. November 1978 noch vor der Inbetriebnahme stillgelegt wurde.

Bevor die Besichtigung des Kraftwerks startete, wurde der Gruppe noch ein kurzer geschichtlicher Einführungsfilm gezeigt. Von den insgesamt 1.050 Räumen des Kraftwerks, war das Interesse an der Schaltwarte am größten. Hier können sämtliche Systeme bedient werden.

Der Rundgang führte bis auf insgesamt 39 Meter Höhe. Von hier aus ist es möglich einen Blick auf den Reaktor zu werfen, in dem die eigentliche Kernspaltung stattfinden würde.

Fünf vor Zwölf in der Schaltwarte, allerdings nur auf der Uhr. Das AKW wurde fertiggestellt, ging aber nie in Betrieb. Spannende Geschichtsstunde für die SchülerInnen aus Neunkirchen.

 
Atomkraft? Nein danke!

Am Sonntag, 5. November 1978, fand nach turbulenten Wochen die legendäre Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des bereits fertiggestellten Atomkraftwerkes Zwentendorf statt. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,1 Prozent. Am Abend des 5. November konnten die Atomgegner jubeln: 50,5 Prozent der Abstimmenden stimmten mit  „Nein!“.

Am 15. Dezember 1978 beschloss der Nationalrat einstimmig das Atomsperrgesetz, das den Bau von Atomkraftwerken, und die Inbetriebnahme von bereits bestehenden Atomanlagen in Österreich verboten wurde. Zwentendorf wurde noch vor der Inbetriebnahme geschlossen und ist seither das einzige 1:1-Modell einer derartigen Anlage weltweit.

Nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 waren auch die meisten der vehementen Atomkraftbefürworter ziemlich froh, dass die keineswegs harmlose Atomkraft in Österreich verboten war und 1999 wurde das Atomsperrgesetz sogar in den Verfassungsrang gehoben.

Das AKW Zwentendorf

 Seit die EVN das Kraftwerk Zwentendorf im Jahr 2005 übernommen hat, ist einiges passiert. Zu den bereits durchgeführten Projekten zählen die Errichtung eines Schulungsreaktors und die Installation einer modernen Photovoltaikanlage. Gemeinsam mit der TU Wien betreibt die EVN seit 2010 ein Photovoltaik-Forschungszentrum. Dabei werden handelsübliche PV-Modelle verschiedener Hersteller unter realen Umweltbedingungen hinsichtlich Effizienz, Anwendungstauglichkeit, Investitions- und Betriebskosten ausgetestet. Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsmodells konnten im Mai 2012 innerhalb weniger Tage 1.300 Solar-Paneele  verkauft werden.

Das AKW Zwentendorf eignet sich darüber hinaus hervorragend als Filmkulisse oder als Location für Festivals. Dies wurde bereits mit einigen Filmproduktionen und Festivals wie dem Shutdown-Festival unter Beweis gestellt.

Foto: EVN

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