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Vor 32 Jahren: Samstag, 26. April 1986 um 01:23 – Atomreaktor von Tschernobyl fliegt in die Luft

 Der Super-GAU in Tschernobyl vor 32 Jahren war die bisher größte Atomkatastrophe der Menschheitsgeschichte. Der 26. April 1986 markiert ein Umdenken und den Beginn des Ausstiegs aus der – von Betreibern als sicher gepriesenen – Atomkraft. Bis heute sind die Auswirkungen des Super-GAUs von Tschernobyl bei uns spürbar.

Österreich ist durch den Atom-Unfall massiv belastet worden. Nach Weißrussland war Österreich mit 13 Prozent seiner Gesamtfläche weltweit am zweitstärksten von der hohen Cäsium-Belastung der Tschernobyl-Atomkatastrophe betroffen, auch radioaktives Jod traf Österreich stark.

Die Folgen für Österreich: 1.600 Todesopfer

Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Tschernobyl kommen zum Schluss, dass für Österreich mit zusätzlichen 1.600 Todesopfern durch die Atomkatastrophe gerechnet werden muss. Auch der Anstieg von Krebserkrankungen wie Leukämie oder Schilddrüsenkrebs lassen sich auf die Nuklearkatastrophe zurückführen. Neue Daten zeigen einen Anstieg von Schilddrüsenkrebsfällen in Österreich, ähnlich wie vergleichbare Studien in anderen Ländern, die vor 32 Jahren vom Super-GAU betroffen waren – und es eigentlich noch immer sind und es auch in Zukunft sein werden.

Cäsium-Erbe belastet uns noch 300 Jahre

Während viele radioaktive Spaltprodukte, sogenannte Radionuklide, wegen ihrer kurzen Halbwertszeit – zum Beispiel Jod-131 – schon einige Tage nach der Atomkatastrophe nicht mehr nachzuweisen waren, blieb Cäsium-137 gefährlich. Seine Halbwertszeit liegt bei 30 Jahren.

Es lagerte sich, nachdem es 1986 über Österreich radioaktives Cäsium und Jod aus der Tschernobyl-Wolke regnete, im Boden ab. Inzwischen sind mehr als 50 Prozent des Cäsiums zerfallen, was aber nicht bedeutet, dass sich die Strahlenbelastung halbiert hat. Diese geht zwar auch zurück, aber Cäsium-137 lässt sich nach wie vor deutlich nachweisen. Erst nach weiteren zehn Halbwertszeiten, also in 300 Jahren, hat sich das radioaktive Cäsium-137-Erbe der Katastrophe von Tschenobyl wahrscheinlich vollständig verflüchtigt.

Bis zu 40 Prozent der Schilddrüsenkrebs-Erkrankungen in Österreich nach 1990 sind höchstwahrscheinlich auf den Super-GAU von Tschernobyl zurückzuführen. Als Maßnahmen wurden in Österreich primär Kontrollen im Nahrungsmittelbereich gesetzt, wie Verkaufsverbote für Grüngemüse, Schaf- und Ziegenmilch. (Quelle: Global 2000)

Cartoon: Harm Bengen

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