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Das Höllental ist im Finale von „9 Plätze – 9 Schätze“

„9 Plätze – 9 Schätze“ heißt die Sendung, bei der der ORF wieder auf der Suche nach dem schönsten Fleckchen Österreichs ist. Nach der Vorauswahl steht mit dem Höllental (Gemeinden Reichenau an der Rax und Schwarzau im Gebirge) der Niederösterreich-Sieger fest und dem Vernehmen nach, soll ab April 2019 auch das Wirtshaus Kaiserbrunn am Ende des Wasserleitungsweges wieder in Betrieb gehen.

Damit am 26. Oktober der Sprung an die Spitze gelingt, gilt es noch ein paar Vorzüge dieses niederösterreichischen Naturschatzes zu unterstreichen. Hier haben wir noch ein paar Argumente gesammelt, weshalb sich das wildromantische Höllental am Nationalfeiertag von allen neun Plätzen die höchste Punktewertung der Jury und des Telefon-Votings verdient.

Wandern am 1. Wiener Wasserleitungsweg

Vor allem die WienerInnen wissen, dass „die Quelle des Lebens“, ihr Trinkwasser, im Höllental liegt. Genauer gesagt in Reichenau, wo die Kaiserbrunnquelle ihren Ursprung hat. Zwischen 1869 und 1873 wurde hier die 1. Wiener Hochquellenwasserleitung errichtet. Kaiser Franz Joseph I. eröffnete sie am 24. Oktober 1873, also genau vor 145 Jahren. Seither fließt das Wasser Tag für Tag unermüdlich von Kaiserbrunn nach Wien. Was alles hinter der Bereitstellung von Trinkwasser für Wien steht, erfährt man im Wasserleitungsmuseum Kaiserbrunn in Reichenau.

Mitarbeiter der MA31 entführen im Wasserleitungsmuseum Kaiserbrunn mit  viel Fachwissen in die Geschichte der 1. Wiener Hochquellenleitung und die Zeit davor – mit sehr interessanten Details.

Entlang der schönsten Abschnitte der Wiener Wasserleitung wurde 1998 der 1. Wiener Wasserleitungsweg errichtet. Der landschaftlich eindrucksvollste Teil führt durch das wildromantische Höllental. Die 3,7 Kilometer lange Tour, gut geeignet für Kinder ab sechs Jahren, beginnt in Hirschwang bei der Wehranlage Richtung Höllental nach der Kartonfabrik und führt entlang der munter fließenden, kristallklaren Schwarza.

Blick vom Wasserleitungsweg zur Raxbahn-Talstation.

Auch rund um den Wanderweg bietet die Gegend viele Ideen für einen entspannten Ausflug. Die Kleineren können sich auf dem Spielplatz im Kurpark Reichenau austoben, die Größeren eine Bootsfahrt unternehmen oder Kaffee und Kuchen im Parkcafé von Familie Flackl genießen.

Übernachten im Weichtalhaus

Mitten im Höllental, das idyllisch zwischen Schneeberg und Rax liegt, steht auf 560 m Seehöhe das moderne Weichtalhaus. Seit den 1920er-Jahren übernachten hier Kletterer und Wanderer. Direkt beim Haus werden im Kletterzentrum Kletter-Kurse angeboten.

Das neue Weichtalhaus.

Weichtalhaus-Wirt Manfred Rottensteiner.

Wer hier einen Kletterkurs macht oder nach einer Tagestour zu müde zum Heimfahren ist, kann in gemütlichen Doppel- oder Mehrbett-Zimmern schlafen. Für Schulklassen und Klettergruppen gibt es auch zwei Lager mit Stockbetten. Für Verpflegung ist gesorgt.

Paradies für Kletterer

Auch außerhalb des Kletterzentrums stehen zahlreiche Touren zur Auswahl, von gut abgesicherten Routen für Anfänger und Familien bis zu Sportkletter-Routen für Extrem-Kletterer. Bei Sonne kann auch im Winter geklettert werden.

Direkt beim Weichtalhaus erhebt sich das Kletterzentrum.

Das Höllental bietet außerdem gute Möglichkeiten für Klettersteig-Tagestouren. Insgesamt sechs Klettersteig-Zustiege sind in weniger als einer Stunde vom Weichtalhaus aus erreichbar: Weichtalklamm, Wachthüttlklamm, Teufelsbadstubensteig, Gustav-Jahn-Steig, Gaislochsteig, Ernst-Graf-Hoyos-Steig.

Balkon mit Aussicht

Den wohl imposantesten Ausblick auf den zerklüfteten Canyon des Höllentals hat man von der sogenannten „Höllental-Aussicht“ auf 1.620 m Höhe. Erreichbar ist der „Balkon“ auf der Rax in etwa einer halben Stunde Gehzeit von der Bergstation der Rax-Seilbahn – eines der Top-Ausflugsziele im „Paradies der Blicke“, wie die Wiener Alpen generell genannt werden.

Attraktion für Bahnliebhaber

Wer sich lieber auf Schienen als am Kletterseil fortbewegt, wird von der Höllentalbahn begeistert sein. Fast fünf Kilometer lang ist die Strecke der Museumsbahn von Payerbach über den Kurort Reichenau nach Hirschwang am Fuße der Rax.

Der Bahnof Reichenau.

Die Fahrt im sorgsam renovierten Triebwagen bietet grandiose Ausblicke auf das Schwarzaviadukt der Semmeringbahn. Im Bahnhofscafé in Payerbach findet man eine reiche Auswahl an Bahninformationen und Gelegenheit, den Zug und Personal in historischen Uniformen zu fotografieren.

Die Museumsbahn ist von Juni bis Mitte Oktober jeden Sonntag regulär in Betrieb.

Fotos: Wilfried Scherzer

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