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Der Schneeberg-Koarl verfasste einen Bildband über seinen Lieblingsberg

Karl Tisch aus Puchberg am Schneeberg ist der ‚Schneeberg-Koarl‘, der seinen Lieblingsberg wie seine Westentasche kennt. Beeindruckende Bilder und interessante G’schichtl bringt er in seinen ausverkauften Vorträgen. Jetzt hat der Schneeberg-Experte im Kral Verlag das Buch ‚Der [Schnee]berg‘ herausgebracht. Buchvorstellung ist am 20. Oktober im alten Eiskeller in Puchberg. Beginn: 19 Uhr.

Der Schneeberg-Koarl ist gelernte Tischler, jetzt Lokführer. Der Autor wurde 1970 im Schneebergdörfl als viertes von fünf Geschwistern geboren. Die Eltern betrieben eine kleine Landwirtschaft, der Vater arbeitete zusätzlich als Kesselschmied bei der Zahnradbahn in Puchberg. So war für Karl der Kontakt zum Schneeberg und zur Natur schon von frühester Kindheit an gegeben. Mit dem Vater konnte er mit den „Arbeitszügen“ der Zahnradbahn sehr zeitig in der Früh und abseits des touristischen Trubels mit hinauf auf den Berg fahren und das alltägliche Treiben da oben verfolgen und miterleben.

Das so entstandene Interesse am Wandern und Bergsteigen brachte Karl schon mit 15 Jahren zur Puchberger Bergrettung, wo er zusätzlich die technischen Grundlagen erlernte, die zum Klettern, Schitourengehen und natürlich zum Bergen und Retten verunglückter Personen nötig sind. Seine Arbeit als Berg- und Flugretter, sowie als Einsatz- und Ortsstellenleiter der Bergrettung Puchberg brachten ihm sehr viele Erfahrungen. Und durch die Ausbildungen zum „hochalpinen Lehrwart“ sowie zum „Wetter- und Lawinenmelder“ für das Land Niederösterreich, konnte er unzählige Wander- bzw. Schitouren im hochalpinem Gelände durchführen und miterleben.

Erst später entwickelte sich die Leidenschaft für das Fotografieren. Nach und nach wurden die bis dahin eher zufällig geschossenen Bilder ausgefeilter, die Motive bewusster gewählt und in Szene gesetzt. Die Techniken dazu bracht sich Karl autodidakt bei und seit dem Erwerb seiner ersten Spiegelreflexkamera ist er unermüdlich unterwegs, um die Atmosphäre am Berg, die unterschiedlichen Stimmungen und schönen Dinge und Momente fest zu halten. Vor allem die Jagd nach dem  perfekten Sonnenauf- und Untergang läßt den engagierten Hobbyfotograf nicht los und treibt ihn immer wieder sehr zeitig – oft noch im Finstern oder bis spät in die Nacht – mit seinem schweren Rucksack hinauf auf den Schneeberg, um rechtzeitig seine Gerätschaft in der richtigen Position aufgebaut zu haben – immer in der Hoffnung dass nicht Wind und Wetter und vor allem Wolken Ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Mit dem so entstandenen Bildmaterial und den passend dazu recherchierten Daten und Fakten, Geschichten und „Gschichterln“ über das Leben und Treiben auf „seinem“ Schneeberg bildete Karl seine Vorträge und die Essenz seiner Multimediaschauen sind jetzt zwischen zwei Buchdeckel gepackt.

Ein tolles Werk eines wunderbaren Bergfanatikers.

Der Schneeberg ist Star des Bildbandes

Der Schneeberg ist der nördlichste und zugleich auch der östlichste Zweitausender der Alpen.Seine Größe und sein Anblick machen ihn zu etwas Besonderem und lassen ihn weit bis in die Pannonische Tiefebene hinein sichtbar sein. Gerade an klaren und kalten Tagen dominiert er mit seiner Größe das Panorama in südwestlicher Richtung von Wien aus. Und wenn Inversionswetterlage herrscht und Nebel aus den Tälern die Hänge weit hinauf zieht, ist es der Schneeberg, der zu den wenigen Gipfel gehört, die in der Sonne glänzen.
Es ist nicht allein die Höhe, welche die Magie dieses Berges ausmacht. Stets präsentiert er sich weiß, im Winter vom Schnee, im Sommer vom sonnengebleichten Kalkstein. Von alters her bestimmte das seinen Namen: Schneeberg. Der Berg, der schon immer Leute aus Nah und Fern beeindruckte und in seinen Bann zog.

Noch im 19. Jahrhundert galt der Schneeberg als sehr schwierig zu besteigen. Und nicht wenige Bergsteiger mussten damals ihre Expeditionen bei schlechtem Wetter abbrechen und umkehren. Mit der Erschließung des Berges durch Hütten und vor allem durch der Bau der Zahnradbahn nahm die Zahl der Bergsteiger und Touristen rasant zu. Immer mehr Literatur erschien über den Schneeberg, erst Reiseberichte, dann die ersten Wanderführer. Und immer mehr Menschen unterschätzten den Berg, der damals wie heute jährlich seine Opfer fordert. Vor allem plötzlich auftretende Wetterumschwünge, aber auch schneereiche Winter, oftmals auch mangelnde Erfahrung und unzureichende Ausrüstung sind die Gründe.

Das Morgenrot, das den Himmel im Osten brennen lässt, goldene Sonnenaufgänge, die den Berg zum Glühen bringen, eindrucksvolle Sonnenuntergänge, die mit ihrem Abendrot am Horizont ein unvergleichliches Alpenglühen bewirken, der Sommer, der die Almwiesen zum Blühen bringt oder der Winter, der mit Kälte, Schnee und Eis den Anraum – auch als Raueis bekannt – formt und so den Berg in dichtes, bizarr geformtes Weiß einhüllt und verzaubert – all diese Eindrücke und Phänomene, überliefert von der Geschichte und erzählt in vielen Episoden und Geschichten, festgehalten in eindrucksvollen Aufnahmen vom Schneeberg und seiner Umgebung, ergänzt durch historisches Bildmaterial, machen das ‚Der [Schnee]berg‘ von Karl Tisch so besonders und einzigartig.

Fotos: Karl Tisch, Kral Verlag

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