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Neues aus der Scheibenwelt für lange Winternächte

Die SCHWARZATALER-SCHEiBENWELT bringt jede Menge frische Musik in deine Wintertage. Wir haben Silberlinge aus den unendlichen Weiten des Universums der Klänge, Rhythmen, Stimmen und Melodien herausgesucht und stellen dir einige Neuerscheinungen der vergangenen Wochen samt Neujahrskonzert mit neuem Dirigenten vor.

★ Shut Up Club – Ready Steady | Der Shut Up Club aus Wiener Neustadt bringen Einflüsse aus Blues Rock und Garage Rock zusammen. Wenn man sie in eine Schublade stecken müsste, würden sie sich mit ein paar Bier und Whiskey mit Künstlern wie The Black Keys, Rival Sons & The Raconteurs recht wohlfühlen.

Begonnen hat alles, als der Bassist Matthias ‚Duff‘ Dajeff den Drummer Andreas Kreuter im Wiener Neustädter Kultbeisl Clumsy´s trafSie probten ein paar Monate vor sich hin und suchten nach einem geeigneten Sänger und Gitarristen für ein neues Projekt und sie fanden ihn im ehemaligen Frontman von The Gassies, Benjamin Buchegger. Geprobt wurde anfangs in einer zehn Quadratmeter großen Radgarage in Duff´s Garten. Fünf Jahre und vier Proberäume später erschien jetzt mit Ready Steady die erste Vinyl EP auf der Scheibenwelt … und die sechs Titel kommen ganz schön rockig daher.

Übrigens, den Originalentwurf fürs Ready Steady Cover hat Sabine Capellmann gestickt.

Hörproben und mehr findest du hier. www.shutupclub.com

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Rokko Ramirez – No World Order | Rokko Ramirez ist eine Ehe mit seiner eigenwilligen lyrischen Ader eingegangen. Aus seinen Gedanken über den Ersten Weltkrieg hat er gemeinsam mit Lenny Sharkov Lieder geschrieben, die bislang ihresgleichen suchen. Jeder Text ist ein in sich geschlossenes lyrisches Gedicht, von Eve von Klehi stimmlich aufs Band gebracht.

Rokko Ramirez spielt alle Gitarren und Bass und wird von Lenny Sharkov im Programming unterstützt. Aufgenommen von Lenny Sharkov und gemastert von Mike Wolff walzt eine bombastische Klangkulisse auf den HörerInnen zu. Somit ist ein Werk entstanden, das die Grenzen des modernen Metal überschreitet.

Von Anfang bis Ende des Albums zieht sich ein blutigroter Faden, der an den Grausamkeiten des Krieges hängt. Die Ordnung dabei ist, dass es keine Ordnung gibt. Nicht für Text und Musik. Nicht für die Welt. Und das ist Programm in No World Order.

Das Ganze ist ein Blick in die menschliche Seele in ihrer gesamten Grausamkeit. Daraus ist ein Konzept entstanden, das so intensiv anfangs gar nicht geplant war. Beeinflusst durch den gewaltigen Wiener Expressionismus eines überforderten Georg Trakl hat sich ein Stein zum anderen gesellt – ein katastrophales Kunstwerk und aktueller denn je“, skizziert Rokko Ramirez.

Rokko Ramirez aka Gerold ‚Haubi‘ Haubner ist DJ mit Wurzeln in Gloggnitz und war lange Jahre Frontman der Skapunk Band Jesus Christ Smokes Holy Gasoline.

Foto: Pascal Riesinger

Rokko Ramirez inszeniert sich selbst als Kunstfigur mit fiktiver Biographie. Seine Arbeit als Support-DJ für Marilyn Manson und Rob Zombie brachte dem Ternitzer die verdiente Anerkennung in den österreichischen Medien. Es folgten Auftritte mit dem venezolanischen DJ Zardonic und der kroatischen DJane Virgin Helena sowie mit dem kanadischen Performance-Künstler Zombie Boy und dem Schlagzeuger der Indie-Rock-Band Madsen, Sascha Madsen. In Shenzhen, Peking, Shanghai und Suzhou trat er auf Chinas größtem Rockfestival, dem Midi Modern Music Festival, auf und machte so internationale Musik in China publik und erreichte in China Kultstatus. Mein neues Album ist eine einzige Kriegsneurose“, bringt es Rokko Ramirez auf den Punkt.

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Bilderbuch – mea culpa | Der 24. Mai 2019 wird das Datum sein. Ein Konzert in kaiserlichem Ambiente. Ein triumphales Heimspiel vor tausenden von Menschen. Beim Gig vor dem Schloss Schönbrunn in Wien findet die Karriere von Bilderbuch ihren vorläufigen Höhepunkt. Unfassbar, wie weit diese Band in den vergangenen Jahren gekommen ist.

Ein Blick in den Rückspiegel: 2005 gegründet, legen die Oberösterreicher 2013 den Turbo Boost ein. Die Maschin heult auf und lässt alles, was sich Indie-Rock nennt, alt aussehen. Schick Schock, ein auffrisierter Hybrid aus 50 Jahren Pop-Geschichte, erobert 2015 die Jahres-Bestenlisten, der Nachfolger Magic Life knackt 2017 die österreichischen und deutschen Top Ten. Eigentlich könnte man meinen, diese Lieder sind für eine imperiale Party in Schönbrunn noch fresh genug. Aber Bilderbuch sind bereits zwei Runden weiter. Eh klar.

In Wien und in Kroatien haben sie neue Songs geschrieben – genug, um damit zwei Platten zu füllen. Die erste, „mea culpa“, erscheint jetzt wie aus dem Nichts auf der Scheibenwelt.

Erst unlängst hat der amerikanische Rolling Stone das Album-Format für tot erklärt: Hits werden nur noch gestreamt, Album-Tracks interessieren angeblich niemanden mehr. Das schert Bilderbuch nicht. Sie kennen die Regeln des Business. Und brechen sie nach allen Regeln der Kunst.

Die neun Songs von „mea culpa“ formen eine Erzählung mit ungewöhnlicher Dramaturgie. Auf das dunkel groovende Sandwishes folgt die Total-Entschleunigung mit Taxi, Taxi. Der Erzähler nickt auf der Rückbank ein und wird erst im nächsten Track aus seinen Träumen gerissen. Langsam erhöht sich der Puls, die zweite Hälfte wird sinnlicher. Synth-Tupfer behübschen hypnotische Drum Patterns, Acid Jazz und Trance zählen neuerdings zum musikalischen Inventar. Peter Horazdovsky, Michael Krammer, Philipp Scheibl und Front-Schlingel Maurice Ernst, der mit Wortwitz und Wiener Verve den deutschsprachigen Pop von seiner unerträglichen Eindeutigkeit befreit. Bekennt seinen Glauben an die Liebe, das Internet und „deinen ass“. Flieht vor den Komplikationen der modernen Welt ins Megaplex – und findet dort Gott.

Ein zweites Album wie „mea culpa“ hat es im 18er-Jahr nicht gegeben. Ein besseres womöglich auch nicht.

Bilderbuch live in A: 24.04. Dogana, Innsbruck, 24.05. Open Air Schloss Schönbrunn, Wien, 13.07. Donaulände Open Air, Linz, 24.08. Freiluftarena B, Messe Graz.

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★ Zayn – Icarus Falls | Der britische Superstar Zayn veröffentlichte im Dezember sein zweites Album Icarus Falls als Doppel-CD mit insgesamt 27 Songs (!). Darunter finden sich neben der ersten offiziellen Single-Auskopplung Let Me und der Single No Candle No Light (featuring Nicki Minaj) auch die Songs There You Are, Good Years und Rainberry sowie die Titel Too Much, Fingers, Entertainer und Sour Diesel.

Mit No Candle No Light legte der britische Superstar Zayn bereits Mitte November seine zweite offizielle Single-Auskopplung des vorliegenden Longplayers vor. Der Zusammenarbeit mit Nicki Minaj hatten beide Fanlager spätestens seit dem Ankündigungs-Tweet der Rapperin („eine meiner absoluten Lieblings-Kollaborationen“) mit Ungeduld entgegen gefiebert. Und nach nur zwei Wochen verzeichnet der Song knapp elf Millionen Streams weltweit.

No Candle No Light wurde von Zayn mitgeschrieben und erzählt die Geschichte eines Paares, dessen Beziehung vor dem Aus steht. Im November zierte Zayn das Cover von Vogue UK und war damit der erste Mann in der Geschichte des Magazins, dem diese Ehre zu Teil wurde.

Icarus Falls ist der Follow-Up zu dem von der Kritik gefeierten Album Mind Of Mine, mit dem es Zayn als erstem männlichen Solokünstler gelang, gleichzeitig Platz eins der US- und UK-Charts einzunehmen. Die Single Pillowtalk erreichte in 68 Ländern der Welt Platz eins der Charts. Mit den Duetten I Don’t Wanna Live Forever mit Taylor Swift und Dusk Till Dawn mit Sia landete er weitere weltweite Multiplatin-Hits.

Icarus fliegt hoch…

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★ Udo Lindenberg – MTV Unplugged 2 (Live vom Atlantik) | MTV Unplugged 2 – Live vom Atlantik ist das Zeugnis eines großen Künstlers, der viel mehr ist als ein begnadeter Schlagzeuger (das Niagara-Album von 1971 mit Udo an den Drums ist legendär), Sänger, Texter, Komponist, Entertainer, Maler, Enfant terrible oder Panik-Rocker.

Udo Lindenberg ist die klare Stimme in Zeiten der Verwirrung, der Mensch, der Menschlichkeit predigt, weil er selbst ein Mensch ist und das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen so gut kennt und so intensiv erforscht hat, wie kaum ein anderer.

Neben der hochkarätig besetzten MTV Unplugged Band, dem Panik Chor und den Pustefix-Bläsern stehen einige Musiker des NDRElbphilharmonie-Orchesters in maritimen Outfits auf der Bühne sowie die Kids On Stage. Immer wieder kommen neue Gäste an Bord, die dem Segler frischen Wind verpassen: Jan Delay (‚Hoch im Norden‘), Andreas Bourani (‚Radio Song‘), Gentleman (‚Kleiner Junge‘), Alice Cooper (‚No More Mr. Nice Guy So’n Ruf musste dir verdienen‘), Marteria (‚Bananrepublik 2018‘), Maria Furtwängler (‚Bis Du vom KGB 2018‘) und viele mehr.

Udo ist Udo und das ist gut so.

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Bruce Springsteen – Springsteen on Broadway | Im Dezember erschien das Soundtrack-Album Springsteen On Broadway mit Songs und Geschichten aus der historischen, 236 Auftritte umfassenden Show-Reihe im Walter Kerr Theatre in New York. Der Longplayer enthält die kompletten Audio-Aufnahmen der Springsteen On Broadway-Ausstrahlung, die Mitte Dezember weltweit zu sehen war.

Basierend auf seiner Autobiografie Born To Run, einem weltweiten Bestseller, ist Springsteen On Broadway ein einzigartiger Abend mit Bruce, seiner Gitarre, einem Klavier und seinen ganz persönlichen Geschichten. Auf dem Album sind diese Stories als eigener Track angelegt und als Einführung (Introduction) zum nachfolgenden Song gekennzeichnet. Die Audioaufnahmen wurden von Bob Clearmountain gemischt und von Bob Ludwig gemastert. Springsteen On Broadway feierte seine Premiere im Oktober 2017. Die ursprünglich veranschlagten acht Wochen mussten dreimal verlängert werden und endeten schließlich erst am 15. Dezember 2018.

Bruce Springsteens Karriere, die 1973 mit Greetings from Asbury Park, NJ begann, erstreckt sich mittlerweile über mehr als vierzig Jahre. In dieser Zeit veröffentlichte er achtzehn Studioalben, wurde mit zwanzig Grammys ausgezeichnet, gewann einen Oscar und einen Tony, erhielt die Kennedy Center Honor und war 2013 MusiCares’ Person of the Year. Springsteens Memoiren Born To Run und das begleitende Album Chapter And Verse erschienen im September 2016. Im November wurde er mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet. Die The River Tour 2016 wurde sowohl von Billboard als auch Pollstar zur Top Global Tour gekürt.

Springsteen On Broadway ist als vier LPs, zwei CDs und Download erhältlich, sowie auf allen Streaming Plattformen.

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★ Coldplay – Live In Buenos Aires | Das Live In Buenos Aires-Album wurde am 15. November 2017 aufgenommen – der Abschlussabend der A Head Full Of Dreams Tour in der argentinischen Hauptstadt. Das Coldplay-Konzert ist das erste, das 24 Tracks umfassend komplett auf Album veröffentlicht wurde.

Die A Head Full Of Dreams Tour wurde von mehr als 5,5 Millionen Menschen rund um den Globus gesehen und ist damit die dritterfolgreichste Tour aller Zeiten.

Die kombinierte Album-/Live-Konzert-Veröffentlichung – betitelt als das Butterfly-Paket – wird komplettiert von einem neuen A Head Full Of Dreams Dokumentarfilm, der die farbenfrohe 20-jährige Geschichte von Coldplay nachzeichnet. 

Für den Film zeichnet Mat Whitecross verantwortlich – Regisseur von „Supersonic“, der weithin gerühmten Oasis-Doku aus dem Jahr 2016-, der die vier Freunde am College in London kennenlernte, bevor sie überhaupt eine Band gegründet hatten. Ab Coldplays allererster Probe in einem Studentenwohnzimmer, war Whitecross immer dabei und fing die Musik sowie die zwischenmenschlichen Schwingugnen mit seiner Kamera ein. Hier gibt’s den emotionalen Trailer zu sehen:

Im Dezember würdigten Coldplay ihre geschichtsträchtige A Head Full Of Dreams Tour mit der Veröffentlichung von Live In Buenos Aires / Live In São Paulo / A Head Full Of Dreams (Film), die auf CD, DVD, Vinyl und digital veröffentlicht wurde.

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Deerhunter – Why Hasn‘t Everything Already Disappeared? | Wie beschreibt man ein Album, das sich ein wenig aus der Zeit gefallen anhört und sich mit dem Verschwinden von Kultur, Humanität und Natur beschäftigt? Warum sollte man solch ein Album in einer Zeit veröffentlichen, in der die Aufmerksamkeitsspannen der Menschen immer geringer werden und man Musik nur noch für Algorithmen und mögliche Playlisten-Platzierungen produziert? Warum sollte man überhaupt noch morgens aufstehen? Und warum ist nicht eigentlich alles schon vor die Hunde gegangen? Oder wie der Titel des neuen Deerhunter-Albums das aktuelle Weltgeschehen in Frage stellt: „Why Hasn’t Everything Already Disappered?“

Das achte Album der US-Amerikaner vergisst all diese Fragen direkt wieder, es steht auf, läuft herum, entsteht an diversen geographisch strategischen Punkten in Nordamerika. Es kommt heim, strukturiert sich neu und geht schnell ins Bett, um sich vor den schlechten Nachrichten aus aller Welt zu schützen. Von der Nutzung des Cembalos und des Klaviers beim Opener Death in Midsummer an, ist es unmöglich zu erkennen, woher dieses Album kommt.

Deerhunter haben für ihr neues Album neue Ansätze gesucht, beispielsweise wie sie mit Mikrophonen arbeiten, wie mit dem Schlagzeug, dem Cembalo oder den Keyboard-Sounds. Was noch an Gitarren übrig blieb, wurde ohne Umwege über Verstärker oder Vintage-Effekte ins Mischpult gespeist. Und damit klingt die Band im Jahre 15 ihres Bestehens frischer als je zuvor.
Deerhunter haben ein retromantisches Science-Fiction Album über das Heute gemacht. Braucht man dies heute? Ist es relevant? DADA war eine Reaktion auf die Grausamkeiten des Kriegs, Punk eine Reaktion auf die langsamen und nichtssagenden 70iger, HipHop thematisierte afro-amerikanische Erfahrungen. Auf was und wie reagiert populäre Musik heute? Hör einfach rein.

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★ Meek Mill – Championships | Er hat es wieder geschafft: Meek Mill hat mit seinem neuen Album Championships Platz 1 der amerikanischen Charts erobert. Damit manifestiert der Rapper nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im April seinen Status im US-Hip-Hop. 

Um das schöne Gefühl wiedergewonnener Freiheit dreht sich auch das frisch veröffentlichte Video zu einem der Songs vom Album, Intro. Darin versammeln sich Meek und seine Posse in einem leerstehenden Bürogebäude und feiern eine amtliche Sause. Meek Mill ist berühmt für seine alles in den Schatten stellenden Intros und auch die jüngste Variante macht keine Ausnahme: „Nigga, we used to trap up out that green gate (Gate) / 80s baby, they cooked crack up in my DNA (Oh)“, rappt er von seinen kriminellen Anfängen und beschreibt in packenden Bildern seinen Weg an die Spitze: „Living like the plug, nigga, I ain’t selling powder, now way / Big bag, talking Santa Claus / Got 3 hoes off that molly ripping panties off / Flying private to Dubai, we off the Xanny bars“. Der Song ist um ein Sample von Phil Collins‘ Klassikersong „In The Air Tonight“ gestrickt. 

„Ich habe einfach das Gefühl, dass die Art und Weise, wie es aufgemacht ist, in diesen Zeiten gebraucht wird“, kommentiert der 31-Jährige gegenüber  The Breakfast Club zum Video. „Kendrick preist seinen eigenen Block an, J. Cole preist seinen eigenen Block an und ich wollte einfach schon immer meinen eigenen Block haben“, so der Musiker aus South Philadephia.  

Die Story wird von einem knapp vierminütigen Video begleitet, das die turbulenten vergangenen Monate rekapituliert, darunter Mills kontrovers diskutierte Gefängnisverurteilung, die den 31-Jährigen seit seiner Entlassung im April zu einem Vorkämpfer für eine Reform des US-Rechtssystems gemacht hat. Außerdem gibt es im Video einen Sneak Peek auf einen der Tracks des Albums, eine Kollaboration mit Cardi B.

Meek Mill macht sich bereit für seine Championships.

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Credibil – Semikolon | Credibil veröffentlichte kürzlich sein zweites Album Semikolon – und das hält, was er versprochen hat. Der 24-Jährige versucht nicht, anderen zu gefallen oder Erwartungen zu erfüllen, sondern weiß, was er kann und macht, was er will. Der Titel des Albums, Semikolon, könnte treffender nicht sein: dieses Album ist ein Synonym für das Weitermachen und etwas, das noch lange nicht zu Ende ist.

Was machen Kinder, wenn sie neun Jahre alt sind? Fußball spielen, vielleicht auch Videospiele zocken. Solche Sachen eben. Aber sich selbst das Versprechen geben, Rapper zu werden? Das dürften wohl die wenigsten machen. Credibil schon. Vor allem hat er sein Versprechen gehalten. Schon 2013 mit Das deutsche Demotape, für das er HipHop-Klassiker von Füchse bis Nie wieder neu interpretierte und drei Jahre später dann mit seinem Debüt Renæssance.

Das Album erzählte, durchzogen von Credibils Großwerden im Frankfurter Bahnhofsviertel, aber nicht nach Straßenrap-Schema F, sondern eindrucksvoll poetisch und gleichzeitig ehrlich, verletzlich und intim wie niemand sonst. Credibil ist der Hoffnungsträger für die deutsche HipHop-Szene.

„Diese Glückseligkeit, die ich gerade habe – einfach mit meinen Jungs ins Studio gehen und Action machen – ist viel schöner als sein Leben lang einer Arbeit nachzugehen, die unglücklich macht“, skizziert Credibil. Tatsächlich ist Sæmikolon Musik für Credibil und seine Jungs, aber auch für alle anderen, die Musik laut hören wollen. Im Auto, auf der großen Anlage – und nicht nur mit Kopfhörern, alleine für sich.

Und der Titel des Albums, Sæmikolon, könnte treffender nicht sein. Stärker als ein Komma, schwächer als ein Punkt ist das Satzzeichen, ja, ist dieses Album ein Synonym für das Weitermachen und etwas, das noch lange nicht zu Ende ist.

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Carminho – Maria | Fado ist ihr Leben, und kaum eine andere Sängerin verleiht dieser typisch portugiesischen Form des Liedes so viel Kraft, Leidenschaft und Tiefe wie Carminho, die als die große Erneuerin des Fado betrachtet wird. Im Dezember erschien ihr neues Album Maria.

Nach ihrem großen Erfolg mit dem Album Carminho Canta Jobim 2016, auf dem sie sich respektvoll und leidenschaftlich vor dem brasilianischen Songwriter Antonio Carlos (Tom) Jobim verbeugte und sich einmal mehr als eine der besten portugiesischen Interpreten bewies, kehrt sie nun mit einem brandneuen Album mit vielen Eigenkompositionen zurück.

Maria ist ihr fünftes Album und ihr bisher persönlichstes, denn sie schrieb nicht nur den Großteil der Songs selbst, sondern produzierte es auch selbst. Mehr als das, war sie auch als Produzentin neben João Pedro Ruela, Diogo Alves, Marta Pelágio und Ruela Music aktiv an der Entstehung von Maria beteiligt.

Für ihr Album Maria konnte Carminho auf die musikalische Unterstützung hochkarätiger Musiker bauen, darunter Bernardo Couto auf der Guitarra Portuguesa bei den Songs O Menino e a Cidade, A Mulher Vento und Se Vieres. Der Gitarrist José Manuel Neto arbeitete auf O Começo und Quero Um Cavalo De Várias Cores mit ihr zusammen, und Luis Guerreiro spielt auf Sete Saias, Poeta und Pop Fado.
Auf der traditionellen Viola de Fado ist Flávio César Cardoso zu hören und José Marino de Freitas am akustischen Bass. João Paulo Esteves da Silva begleitet sie am Piano und Cunha Monteiro spielt Pedal Steel- und E-Gitarre. Carminho selbst präsentiert sich auf Estrela an der E-Gitarre.
Weltweit gilt Carminho als derzeit beste und innovativste Fado-Sängerin und wird seit ihrem Debüt Fado als „neue Stimme des Fado“ weit über Portugal heraus gefeiert. Alle drei Nachfolgealben, Alma (2012), Canto (2014) und Carminho Canta Tom Jobim (2016) gingen auf Anhieb auf Platz 1 in de
n portugiesischen Charts.

Carminho spielte auch in Carlos Sauras Film Fados und wurde 2015 zur Commendadora des Ordens des Infanten Dom Henrique ernannt.

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★ Gucci Mane – Evil Genius | Die vorab veröffentlichte Single Wake Up In The Sky mit Bruno Mars & Kodak Black ließ es bereits erahnen: Gucci Manes Album Evil Genius wird a) sehr gut und ist b) hochkarätig besetzt.

Nun, im Dezember kam das Album auf der Scheibenwelt an mit interessanten Kollaborationen: Quavo, 21 Savage, Kevin Gates und Lil Skies gehören neben Bruno Mars und Kodak Black zu den Mitwirkenden auf den 17 Tracks, unter den Produzenten sind Metro Boomin, Murda Beatz, Honorable C-Note und OG Parker gelistet. Das liest sich gut und klingt noch viel besser!

Evil Genius folgt auf das ein Jahr zuvor veröffentlichte Album El Gato: The Human Glacier von Gucci Mane, der außerdem einen Film über sein bewegtes Leben in Arbeit hat, der auf der, vergangenes Jahr veröffentlichten, Biografie The Autobiography of Gucci Mane basiert. 

Gucci Mane hat in Atlanta sein Boot bestiegen und ist in Richtung Hollywood, Los Angeles getuckert. Nur im bildlichen Sinne natürlich, denn dort wird die Late Night Show von Jimmy Kimmel produziert, wo der Rapper seinen Track Off the Boat vom Album Evil Genius performte. Mit reichlich Schmuck am Körper, der Sonnenbrille auf der Nase und einer Jacke von Dolce & Gabbana auf den breiten Schultern servierte Gucci lässig die Zeilen des Songs, während er die Bühne auf- und ab pirschte. Die catchy Zeilen lösen auch die Frage auf, wer denn da eigentlich Off the Boat kam: „My bitch came off a boat, boat, boat, boat / I’m never goin‘ broke, broke, broke, broke / It look like we sellin‘ dope, dope, dope, dope / Fur coat on, I’m the goat, goat, goat, goat“.

Wofür ein Boot so alles gut sein kann!

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★ Justin Jesso – Let It Be Me | Im vergangenen Jahr landete er als Featured Artist des Kygo-Tracks Stargazing einen Welthit und trat beim Coachella-Festival auf, und er unterschrieb einen Majordeal beim Sony Musik-Label Columbia Records. Mit der Veröffentlichung seiner Debütsingle My Body erfüllte er sich einen Kindheitstraum.

Nun legte der aus Chicago stammende Sänger und Songwriter Justin Jesso nach: mit Let It Be Me erschien seine erste EP. Neben My Body, finden sich im Tracklisting mit dem Fokus-Track Getting Closer, I Will und One Good Reason drei weitere brandneue Songs.

Im Chicagoer Vorort Glencoe aufgewachsen, fühlte sich Justin schon als kleiner Bub instinktiv von Musik angezogen. „Ich war das Kind, das lieber das Spielzeug-Mikrophon aus Plastik haben wollte als den Fußball“, erinnert er sich. Seine frühen Einflüsse umfassten Earth, Wind & Fire, Stevie Wonder, James Brown und Michael Jackson. Nachdem er mit fünf Jahren an einer Talentshow eines Bürgerzentrums in Florida, in das seine Großmutter ging, teilgenommen hatte, wusste er, dass er Sänger werden wollte. „Ich ging von der Bühne, sah meine Mutter an und sagte: ‚Das ist es, was ich den Rest meines Lebens machen werde’.“ Jesso lernte Klavierspielen, verfiel der Sucht nach Akkorden und nahm bereits mit 16 Jahren eigene Songs auf. Als er 18 Jahre alt war, spielte er im ganzen Land Support-Touren für Künstler wie Jesse McCartney, Jordin Sparks, Raven Symoné und Corbin Bleu.

Jetzt kann Jesso es kaum abwarten, seine Geschichten selbst zu erzählen: „Ich freue mich darauf, dass die Welt meine Message hört“, strahlt er, „Ich freue mich darauf, auf der ganzen Welt Menschen zu treffen, die hoffentlich von meiner Musik berührt wurden. Ich freue mich auf die ganze Erfahrung – darauf, wie es ist, ein Künstler zu sein und sich allem da draußen zu stellen.“

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★ Rationale – High Hopes | Dieser Mann strahlt eine ungeheure Eleganz aus, noch bevor er die Stimme erhoben hat: Rationale. Mit seinem Song Fuel To The Fire feierte der Londoner seine Late-Night-Show-Premiere bei Stephen Colbert in New York und erfüllte die Bühne mit seiner Aura – erst recht, als er nach einigen Takten musikalischen Vorspiels zu singen anhob.

„Imagine if we had a choice / Yeah I bet we’d add fuel to the fire / And yeah imagine if we had a voice / What would we say that’d just deny us?“, trug Tinashé Fazakerley, wie der in Zimbabwe geborene 33-Jährige eigentlich heißt, die Zeilen des Songs vor, in dem sich Einflüsse von R&B, Pop und Soul finden. Zusammen mit seiner Band, rot-violetten Farben und im Hintergrund ablaufenden Foto- und Filmaufnahmen hüllte Rationale die Studiobühne in viel Atmosphäre.

Mit seiner Gabe zum Songwriting sprengt er die Grenzen von R&B, Pop und Soul, seine Texte präsentieren einen faszinierenden Blick auf die Welt – kein Wunder, dass Rationale ein gefragter Mann ist. Rag’n’Bone Man (Wolves, Guilty, Life In Her Yet), Katy Perry (Act My Age) und Nause (Dynamite) zählten bereits auf sein Talent; Ellie Goulding covert regelmäßig seinen Track Tethered, und Bastille luden Rationale ein, sie auf ihrer Europatour zu begleiten.

Kürzlich veröffentlichte er sein selbstbetiteltes Debütalbum. Neben einer Fülle von neuem Material enthält es ausgewählte Highlights seiner bisherigen Karriere – darunter das 14 Millionen mal gestreamte Fast Lane, die überragende Live-Hymne Deliverance und das emotional intensive Prodigal Son.

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The Chainsmokers – Sick Boy | So herum geht’s natürlich auch: während andere Bands vor Album-Release ein bis zwei Singles als akustische Appetizer abliefern, verfolgen die Chainsmokers eine völlig andere Veröffentlichungs-Strategie.

In den vergangenen Monaten veröffentlichte das New Yorker Duo insgesamt neun Songs, darunter die weltweite Hitsingle Sick Boy, die jetzt zu einem Album zugefasst wurden.

Komplettiert wird das Tracklisting mit dem zehnten Song: Hope, der kurz vor dem Album auf der Scheibenwelt landete.

Alle Songs zusammen verzeichneten bisher bereits mehr als eine Milliarde (!) Streams.

Kein übles Echo.

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Christian Thielemann & Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert 2019 | In der Reihe der berühmten Neujahrskonzerte werden immer diejenigen besonders beachtet, bei denen ein Dirigent das erste Mal dieses weltberühmte und reichweitenstärkste Klassikkonzert dirigiert.

Heuer war es wieder so weit, denn erstmals dirigiert der deutsche Stardirigent Christian Thielemann die Wiener Philharmoniker im berühmten und festlich geschmückten Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.

Es wurde ein Konzert der Extraklasse mit zahlreichen interessanten Repertoire-Neuheiten, phänomenal musizierten Märschen und vielem mehr.

Ein Zuckerl zum Jahresbeginn für Klassikfans.

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Alle vorgestellten Alben gibt’s im Plattenladen ums Eck, aber auch in der Downloaderie deines Vertrauens und bei deinem Internet-Dealer.

Peace und good vibes wünscht dir für 2019 das Schwarzataler Online Kollektiv

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Coverfotos: © Record Companies, Promotion

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