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Bürgerinitiative will die Zebrastreifen in Warth erhalten

Bei einer Versammlung interessierter Bürger wurde am heutigen Sonntag (3. Februar) eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Schutzwege im Gemeindegebiet von Warth gegründet. Als Sprecher wurde Robert Brandstetter gewählt.

Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, durch Unterschriftenlisten und wenn notwendig auch mit bislang nicht näher definierten Mitteln die Gemeinde in ihrem Bestreben zum Erhalt der Schutzwege zu unterstützen.

„Die Bürgerinitiative versteht sich als überparteiliche Bewegung zum Erhalt der Lebensqualität in der Gemeinde Warth im Pittental. Sie soll neben der Unterstützung aber auch dafür sorgen, dass nichts hinter dem Rücken der Bürger zur Verschlechterung der Situation führt, denn obwohl die geplante Entfernung der Schutzwege bereits seit dem Herbst 2018 bekannt ist, wurde die Bevölkerung bisher nicht darüber  informiert“, kritisiert Initiativen-Sprecher Robert Brandstetter.

Die Bürgerinitiative will folgende Zebrastreifen erhalten

° Schutzweg Peterbaumgarten, zwischen Bahnhaltestelle und Gasthaus Pichler

° Schutzweg Gemeindezentrum Warth

° Schutzweg nördlich Zentrum Warth, bei ehemaliger Post

„Bei der bevorstehenden Sanierung der B54 im Zentrum von Warth sollen nach den Plänen der Experten die Schutzwege wegrationalisiert werden. Es ist für die Bevölkerung nicht nachvollziehbar, warum man Schutzwege, die seit rund einem halben Jahrhundert für die Sicherheit gesorgt haben, künftig aus dem Verkehrskonzept heraus nehmen will. Derartige Vorschreibungen der  Sachverständigen erwecken eher den Eindruck für geringes Verständnis für die Sache“, skizziert Robert Brandstetter.

Die B54 durchschneidet westlich im Ortszentrum von Warth die Verbindung zwischen

° Gemeindeamt

° Hausarzt

° Kindergarten

° Trafik & Postpartner

° Raiffeisenbank & Bankomat

° Feuerwehr

° Musikerheim

° drei Wohnhausanlagen

° Landwirtschaftliche Fachschule

° Physiotherapiepraxis

° Imbissstand

° Tennisplatz

° Spielplatz

° Bäckerei

° Gärtnerei Zambach

und östlich:

° Bushaltestelle

° Fa. WIN Waschmittelfabrik

sowie jene von der Gemeinde Warth mitfinanzierten Einrichtungen wie:

° Volksschule & Mittelschule

° Hallenbad & Sauna

° Pfarrkirche & Friedhof

° Sportplatz

Die Proponenten der neu gegründeten Bürgerinitiative – Gerald Hanke, Josef Scherz, Rene Wunderl, Josef Kerschbaumer und BI-Sprecher Robert Brandstetter – vermessen die Fahrbahnbreite der B54.

 

„Aber auch für den Erhalt der Schutzwege in Petersbaumgarten, bzw. im Bereich der alten Post gibt es nach Ansciht der Bürgerinitiative ausreichende plausible Argumente: Zudem ist die B54 in diesem Abschnitt die Ausweichstrecke für die A2 zwischen den Abfahrten Grimmenstein im Süden und Seebenstein im Norden. Im Falle einer Sperre dieser Hauptverkehrsader, was öfter vorkommt als man glaubt, ist es Kindern und älteren, gebrechlichen oder körperlich behinderten Menschen praktisch unmöglich, ohne Schutzwege die Fahrbahn gefahrlos zu überqueren. Zudem haben auch Kinder aus den westlichen Wohnbereichen durchaus das Recht, mitten durch das Ortszentrum gefahrlos zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule zu gelangen. Durch den Neubau größerer Wohnanlagen und einem daraus resultierenden positiven Zuzug werden künftig garantiert mehr Menschen diese Schutzwege beanspruchen“, prognostiziert der Initiativen-Sprecher.

Die Bürgerinitiative spricht sich weiters auch für den Erhalt der Busspur beim Wartehäuschen gegenüber der Gemeinde aus. Dieses Konzept hat ebenfalls rund ein halbes Jahrhundert blendend funktioniert und bedarf aus Sicht der Bürgerinitiative keinerlei Änderung.

Wo es allerdings dringend einer Änderung bedarf, ist die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von derzeit 60 auf künftig 50 Stundenkilometer. Der Behörde ist seit Jahren bekannt, dass die tatsächlich gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit (gemessen weit innerhalb des Ortsgebietes im Bereich des südlichen Ortsendes von Warth) bei gefährlichen 80 Stundenkilometer liegt. Da man aber bisher keine Daten über schweren Unfälle vorliegen hat, bleibt der 60er mit zugedrücktem Auge, den angeblich günstigeren Verkehrsfluss fördernd. Die Gemeinde Warth ist zwischen Wiener Neustadt und der Landesgrenze am Wechsel, die einzige Gemeinde, durch die man mitten durch den Ort durchrasen darf. Grimmenstein im Süden und Schwarzau im Norden haben einen relativ gleich großen verbauten Anteil entlang der Wechselbundesstraße, dort gilt aber seit Jahrzehnten ein Geschwindigkeitslimit von 50 Stundenkilometer. In Schwarzau wurde erst kürzlich der 50er-Bereich am südlichen Ortsende deutlich erweitert. „Gab es dort andere Sachverständige?“, fragt Robert Brandstetter.

Die Argumentation bisheriger Sachverständiger, die Straße sei zu breit für eine derartig geringe Geschwindigkeit und es sei für Fahrzeuglenker nicht plausibel hier nur 50 fahren zu dürfen, klingen für die betroffenen Anwohner zynisch und sind auch von diesen nicht nachvollziehbar.

„Jetzt hätte man eine hervorragende Gelegenheit, die Streifen zwischen Straße und Gehsteig um wenige Zentimeter in die Straße zu verbreitern, um einen Mehrzweckstreifen verordnen zu können, der Sinn macht. Eine Markierung würde keine Mehrkosten verursachen, da die Begrenzungsstreifen ohnehin nach den Asphaltierungsarbeiten neu gezogen werden müssen. Damit gäbe es in Warth einen brauchbaren Fahrradstreifen und die B54 würde dadurch auch schmäler werden.  Außerdem kosten diese Maßnahmen keinen zusätzlichen Euro, denn schraubt man die wenigen 60er-Verkehrsschilder ab, dann gilt ohnehin der 50er“, schlägt der Sprecher der Bürgerinitiative vor.

Foto: BI Warth

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