100 Jahre Wechselbahn: Dampfzugfahrt mit Hindernissen

 
 
 

Wiener Neustadt Heizhaus

Die Wechselbahn ist die südliche Fortsetzung der Aspangbahn von Aspang nach Hartberg. Sie stellt heute die Verbindung zwischen der Aspangbahn und der Thermenbahn dar, die von Hartberg nach Fehring führt, sowie der Pinkatalbahn nach Oberwart. Im Jahr 1910 wurde sie dem Verkehr übergeben. Erwin Tisch begleitete für Schwarzataler Online die Jubiläumsdampffahrt.

Bei Aspang

 

Bei Ausschlag Zöbern

Das Hundertjahrjubiläum der eingleisigen Strecke, deren größte Steigung 22,5 Promille beträgt und die den wuchtigen Wechsel im 2,4 Kilometer langen „Hartberg-Tunnel“ durchfährt, wurde heute mit einer Dampfsonderfahrt gefeiert. Bahnenthusiasten aus Nah und Fern reisten an, um dieses Spektakel zu erleben. Doch die Jubiläumsfahrt war mit einigen Hindernissen gepflastert. Ursprünglich geplant war, die Dampffahrt mit der 52.4984 durchzuführen. Doch die alte Dame – immerhin Baujahr 1944 – verweigerte ihre Dienste. Also wurde die Stadtbahnlokomotive 30.33 Baujahr 1897, die im Eisenbahnmuseum von Straßhof ihr Ausgedinge feiert, angeheizt. Doch sie schaffte gestern die Anfahrt nach Wiener Neustadt nicht und musste wieder zurückgeschleppt werden. Die Zeit wurde schon knapp und die Lokmannschaft eilte nach Mistelbach, wo sie gestern am Abend noch die 93.1420 anheizten und heute am Morgen in Neustadt eine Stunde vor der Abfahrt des Jubiläumssonderzuges eintraf. Die Lokmannschaft rettete so noch den Dampfsonderzug und bescherten damit vielen Eisenbahnfreunden den wunderbar nostalgischen Sonntag, auch der Wettergott war sehr freundlich gestimmt. In Aspang und Friedberg waren Sonderpostämter eingerichtet, Sondermarken wurden aufgelegt. Auch ein Buch über die Wechselbahn wurde vorgestellt.

 
 
 
 
 
 

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Neues Buch über die Wechselbahn

Eine bleibende Erinnerung an das Wechselbahn-Jubiläum ist das Buch „Die Wechselbahn – Episoden aus dem Leben einer 100-jährigen“. Auf Initiative der fünf Gemeinden entlang des rund 21 Kilometer langen Bahnabschnitts von Aspang bis Friedberg gelingt es Autor Franz Trimmel mit einer gelungenen Kombination von historisch aufgearbeiteten Fakten, Kurzporträts der jeweiligen Gemeinden, Interviews von Zeitzeugen, interessanten und kuriosen Ereignissen sowie reich bebildert, die Geschichte der Wechselbahn nachzuzeichnen.
„Unzählige Ereignisse entlang der Strecke verdichten sich zur Geschichte der Lebensader Wechselbahn, die seit einhundert Jahren die Gewohnheiten dies- und jenseits des Wechsels beeinflusst. Sei es die tägliche Fahrt zur Arbeit, der Besuch von Verwandten oder die Fahrt zum Einkaufen, subjektiv Erlebtes bleibt in Erinnerung und wird zu einem Zopf von Erzählungen geflochten, die gerne an Stammtischen oder im Familienkreis weitergegeben werden“, so Autor Franz Trimmel, der das erste druckfrische Exemplar seines Werkes dem Hartberger Bezirkshauptmann Max Wiesenhofer überreichte.
Das Buch „Die Wechselbahn – Episoden aus dem Leben einer 100-jährigen“ (175 Seiten, reich bebildert) ist zum Preis von € 29,90 im Buchhandel und bei den teilnehmenden Gemeinden oder beim Kral-Verlag, Kennedypl. 2, 2560 Berndorf 02672-82236, office@kral-verlag.at, www.kral-verlag.at erhältlich.

 
 

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Der Kurier schrieb am 14. Oktober:

Die Wechselbahn ging vor 100 Jahren in Betrieb. 1925 wurde der Bezirk Oberwart ans österreichische Netz angeschlossen.  

100 Jahre ist die Wechselbahn alt. Dank laufender Modernisierungen zählt die Nord-Süd-Verbindung aber keineswegs zum alten Eisen. Sie ist auch Verbindung in den Bezirk Oberwart.

Reich an Jahren, nämlich 100, aber keineswegs alt präsentiert sich die Wechselbahn, die kleine Schwester der Semmering-Weltkultuerbebahnstrecke. Am 4. Oktober 1910 fuhr der erste Güterzug über die Strecke Friedberg-Aspang, am 12. Oktober erfolgte die offizielle Eröffnung. Damit war eine wichtige Verbindung aus dem Südosten Österreichs zur Bundeshauptstadt geschaffen.
Ein Jubiläum, das mit zahlreichen Feierlichkeiten begangen wird. Dazu hat der pensionierte Gymnasiallehrer Franz Trimmel ein Buch verfasst, das die bemerkenswerte Geschichte dieser Strecke dokumentiert und ab sofort im Handel erhältlich ist. “Das Herausragende an dem Neubau war, dass er innerhalb von nur zwei Jahren realisiert wurde”, erzählt Trimmel, der sich für die Recherchen zu seinem Werk über ein Jahr durch sämtliche in Frage kommenden Archive gearbeitet und mit vielen Menschen gesprochen hat, die einen Bezug zu dieser Strecke hatten.

 Oberwart

Besondere Bedeutung bekam die Wechselbahn nach dem Ende des 1. Weltkrieges für den Bezirk Oberwart. Zwar gab es seit 1888 eine Bahnverbindung von Oberwart nach Steinamanger, aber nicht zum Rest von Österreich. Nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich begann man eine Verbindung von Pinkafeld nach Friedberg zu bauen, die 1925 in Betrieb ging.
“Damals war die Eisenbahn das schnellste und modernste Verkehrsmittel. Einen Bahnanschluss zu haben, war nicht nur eine Prestigeangelegenheit, sondern brachte auch enorme wirtschaftliche Vorteile”, erzählt Franz Trimmel. Ging es nach den Wünschen der einzelnen Gemeinden, wäre die Strecke wohl in einer Zickzacklinie angelegt worden. Die heutige Trassenführung geht auf uralte Handelswege zurück. “Dort, wo sich heute die Autobahn und die Bahnstrecke befindet, führten schon zur Römerzeit die Handelswege entlang”, schildert Trimmel.
Der Wechselabschnitt war die letzte Lücke, die in dem Schienennetz geschlossen werden musste. Denn bis Hartberg gab es bereits eine Verbindung, ebenso bis Aspang. 1908 wurde mit dem Bau des Wechselabschnittes begonnen. Bis zu 6000 Menschen aus allen Teilen der damaligen Monarchie waren daran beschäftigt. Es gab eigene Schulen, Krankenstationen und auch Hebammen, denn die Arbeiter hatten ihre Familien bei sich.
Nach damaligen Maßstäbe wurde hochmodern gearbeitet. Die zahlreichen Tunnel wurden mit elektrischen Bohrmaschinen erschlossen, die Energie kam aus dem Kraftwerk Aspang oder von mobilen Dampfturbinen. Nach nur zwei Jahren konnte die Strecke 1910 fertiggestellt werden. Die Kosten waren damals mit 15 Millionen Kronen veranschlagt, errichtet wurde die Strecke von der öffentlichen Hand.

Aspang Bahnhof

Wiener Neustadt an der B54

Seebenstein

Zwischen Olbersdorf und Aspang

Aspang Bahnhof

Feuerwehr Aspang

Fünf-Zoll-Bahnanlage am Bahnhof Aspang

Dampfspritze am Bahnhof Aspang

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