Petition an die Landtage von Niederösterreich und Steiermark gegen den umstrittenen Semmering-Basistunnel !
Im Rahmen der öffentlichkeitswirksamen Wanderung entlang der Semmeringbahn am vergangenen Samstag, 25. September verabschiedete die Alliance For Nature eine Petition zum Schutz und zur Erhaltung des Weltkulturerbes “Semmeringbahn und umgebende Landschaft”.

AFN-Generalsekretär DI Christian Schuhböck (l.) bei der Bahnwanderung am vergangenen Samstag - dabei entstand die Petition gegen den umstrittenen Semmering-Basistunnel
In der Petition an die Abgeordneten des Niederösterreichischen und Steiermärkischen Landtages wird – mit Fakten untermauert – appelliert, dem geplanten Semmering-Basistunnel eine politische Absage zu erteilen und alle Möglichkeiten zu ergreifen, die mehrfach national und international geschützte Semmering-Region mit ihrer weltberühmten Semmeringbahn vor den großtechnischen Eingriffen dieses unnötigen Tunnelprojektes zu bewahren und die für Österreichs Bevölkerung ohnedies schon längst nicht mehr trag- und zumutbare Schuldenlast nicht noch zusätzlich zu erhöhen.
Die AFN-Petition wurde heute, Dienstag 28. September, den beiden Landtagen zugestellt.
Die Petition im Wortlaut:
Petition an die Abgeordneten des Niederösterreichischen und des Steiermärkischen Landtages zwecks Schutz und Erhaltung des Weltkulturerbes „Semmeringbahn und umgebende Landschaft“
Sehr geehrte Damen und Herren!
Aufgrund der Tatsache, dass die beiden Bundesländer Niederösterreich und Steiermark im Jahr 1993 die Semmeringbahn und ihre umgebende Landschaft als Welterbestätte gemäß internationaler UNESCO-„Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ nominiert und sich demnach verpflichtet haben, für deren Schutz und Erhaltung Sorge zu tragen, die Semmeringbahn als erste Hochgebirgsbahn der Welt ein äußerst bedeutsames und zu behütendes Kulturerbe Österreichs darstellt, das wir von unseren Vorvätern übernommen und als „Welterbe der Menschheit“ sorgsam an kommende Generationen weiter zu übergeben haben, die Semmeringbahn als auch ihre umgebende Landschaft unter mehrfachem nationalen und internationalen Schutz steht (Denkmalschutz, Quellschutz, Landschaftsschutz, Schutzgebiet gemäß Alpenkonvention, Natura-2000-Gebiet, UNESCO-Welterbe), durch den Bau des Semmering-Basistunnels (SBT)
- der Natur- und Wasserhaushalt der Semmering-Region auf Dauer beeinträchtigt werden würde (voraussichtliche Ableitung von rd. 30 Millionen Liter Berg- bzw. Grundwasser pro Tag),
- Experten mit negativen Auswirkungen auf das Natur- und Landschaftsgefüge auf einer Fläche von bis zu 450 km², einer Schüttungsminderung zahlreicher Quellen und dem Trockenfallen von Bachoberläufen, einer Schädigung von Fauna und Flora, der Zerstörung von Feuchtgebieten sowie einer Störung des Wasserregimes rechnen,
- das Landschaftsbild im Landschaftsschutzgebiet verunstaltet werden würde, die Semmeringbahn über genügend Kapazitäten verfügt,
- der alpenquerende Schienengüterverkehr auch am Semmering rückläufig ist, der schwere Schienengüterverkehr über die Südbahnstrecke sich ohnedies bereits seit Jahren auf die Flachlandstrecke über unsere EU-Nachbarländer Ungarn und Slowenien verlagert,
- die Südbahn und somit auch der geplante Semmering-Basistunnel nicht zu den von der EU favorisierten und geförderten TEN-Strecken gehört, im Falle der Realisierung des Basistunnels die Semmeringbahn zur exklusivsten Nebenbahn Österreichs degradiert werden würde und demnach Gefahr läuft, eingestellt und auf die „Rote Liste der gefährdeten UNESCO-Welterbestätten“ gesetzt zu werden,
- „es um Milliardengewinne für die Bauindustrie und Milliardenschulden für die Steuerzahler geht“ („DIE ZEIT“ Ausgabe 38 vom 16. September 2010)
appelliert die in Wien ansässige Natur-, Kultur- und Landschaftsschutzorganisation ALLIANCE FOR NATURE (Allianz für Natur) an die Abgeordneten des Niederösterreichischen und Steiermärkischen Landtages, dem geplanten Semmering-Basistunnel (SBT) zwecks Schutz und Erhaltung des Weltkulturerbes „Semmeringbahn und umgebende Landschaft“ eine politische Absage zu erteilen und alle Möglichkeiten zu ergreifen, um die mehrfach national und international geschützte Semmering-Region mit samt ihrer weltberühmten Semmeringbahn vor den großtechnischen Eingriffen dieses Tunnelprojektes zu bewahren und die für Österreichs Bevölkerung ohnedies schon längst nicht mehr trag- und zumutbare Schuldenlast nicht noch zusätzlich zu erhöhen.





28. September 2010 




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