Konstantin Wecker und andere: Free Mumia-Free The Five (Kulturverein Willy)

Angelika Sacher & Klaus Bergmaier aus Krems haben sich neben ihrer großen gemeinsamen Liebe für den Jazz vor einigen Jahren auch den Revolutions-, Frauen- und ArbeiterInnenliedern verschrieben. Jetzt ist eine Solidaritäts-CD fertig geworden, auf der der Kulturverein Willy – er veranstaltete auch in Weißenbach am Attersee das Festival des politischen Liedes – neben  Angelika Sacher und Klaus Bergmaier weitere Hochkaräter der Protestsong-Szene, wie Konstantin Wecker, Sigi Maron, die Modena City Ramblers, Mieze Medusa, Chris 4er Peterka und andere engagierte Musiker und Bands zu Liedspenden animieren konnten.

Zwei der Stücke von Sacher und Bergmaier, beides Eigenkompositionen von Klaus Bergmaier, sind nun auf dieser Sampler-CD enthalten, auf der unter anderen Stars des musikalischen Protests wie Konstantin Wecker, Sigi Maron, Mieze Medusa, Christoph & Lollo mit ihren Liedern vertreten sind. Die beiden Stücke aus Bergmaiers Feder heißen „Die Zeit“ und „Couch Potatoe“, wobei der Text des Letzteren von niemand Geringeren als Heinz Rudolf Unger, dem Texter der legendären Schmetterlinge (Proletenpassion) stammt.

 Es handelt sich bei vorliegendem Schallwerk  um eine Solidaritäts-CD zugunsten von politisch Inhaftierten und verfolgten Menschen. Und zwar speziell für den Aktivisten Mumia Abu Jamal ( www.mumia.de ) und die sogenannten „Fünf Kubaner“ ( www.miami5.de ).

Die CD gibt es beim Kulturverein Willy ( www.kv-willy.at ).

Ziel des engagierten Musikprojektes ist, Geld für die Solidaritätskomitees für den in einer US-Todeszelle schmorenden schwarzen politischen Aktivisten Mumia Abu-Jamal und fünf Kubaner (Cuban Five), die ebenfalls – wegen angeblicher Spionage für Kuba – in US-Gefängnissen einsitzen zu sammeln.

Dazu die Amnesty International-Presseerklärung von gestern Mittwoch, 13. Oktober

Amnesty International ersucht um Überprüfung des Falles der “Cuban Five”

Menschenrechtsorganisation ruft US-Regierung dazu auf, den Fall zu überprüfen und jede Ungerechtigkeit abzumildern.

(Washington, D.C.) In einem heute veröffentlichten Bericht hebt Amnesty International seine Besorgnis um die Fairness des Prozesses gegen die fünf 2001 wegen ihres angeblichen Agierens als Geheimagenten Kubas und anderer Anklagen verurteilten Männer hervor. Die fünf Männer verbüßen Strafen in US-Bundesgefängnissen von 15 Jahren bis lebenslänglich.

In einem an den US-Justizminister Eric Holder am 4. Oktober abgesandten Brief äußert Amnesty International Zweifel an der Fairness und Unparteilichkeit des Prozesses, die durch die Berufungen nicht aufgelöst worden seien. Die Menschenrechtsorganisation hat zu der Frage, ob die fünf Männer der gegen sie erhobenen Anklagen schuldig oder unschuldig seien, keine Stellung bezogen.

Die Fünf, Fernando González, Gerardo Hernández und Ramón Labañino – kubanischer Nationalität – und Antonio Guerrero und René González – gebürtige US-Bürger – wurden in Miami vor Gericht gestellt und wegen verschiedener Anklagen verurteilt, dazu gehörten ihre Handlungen als nichtregistrierte Agenten der Republik Kuba, Betrug und Missbrauch falscher Papiere und im Fall von drei der Angeklagten, Verschwörung zur Übermittlung von nationalen Verteidigungsinformationen. Gerardo Hernández wurde darüber hinaus aufgrund seiner angeblichen Rolle bei Kubas Abschuss zweier von einer US-Anticastro-Organisation, der Brothers to the Rescue, betriebenen Flugzeuge 1996, wobei vier Menschen starben, wegen Verschwörung zum Mord verurteilt.

Amnesty International’s Bericht besagt, dass das Abhalten der Verhandlung in Miami angesichts der überwiegenden Feindseligkeit gegenüber der kubanischen Regierung in dieser Region sowie deren Medienberichterstattung und anderer Ereignisse vor und während der Verhandlung Faktoren seien, die es unmöglich gemacht hätten, eine unparteiische Verhandlung sicherzustellen.

Andere Bedenken beziehen sich auf die Aussagekraft der Beweismittel für die Mordverschwörung im Fall von Gerardo Hernández, und darauf, ob die Umstände der Inhaftierung der fünf Männer vor dem Verfahren, in der sie nur beschränkten Zugang zu ihren Verteidigern und den Unterlagen hatten, ihr Recht auf Verteidigung untergraben habe.

Amnesty International ruft die Regierung dazu auf, den Fall erneut zu prüfen und jegliche Ungerechtigkeit durch einen Gnadenerlass abzumildern oder andere geeignete Maßnahmen zu ergreifen, wenn weitere juristische Berufungen sich als ineffektiv erweisen sollten.

Amnesty International wiederholte außerdem seine Bedenken zu den wiederholten Ablehnungen von zeitlich begrenzten Visa für die Ehefrauen von zweien der Gefangenen, nämlich René González und Gerardo Hernández, um ihre Ehemänner zu besuchen. Die Organisation ist besorgt, weil eine solche Abschirmung oder permanente Verhinderung von Besuchen ihrer Ehefrauen eine zusätzliche Bestrafung darstellt und internationalen Standards für die humanitäre Behandlung von Gefangenen und der Verpflichtung des Staates, das Familienleben zu schützen, widerspricht. Amnesty International fordert die Regierung weiterhin auf, den Ehefrauen aus humanitären Gründen zeitlich begrenzte Visa auszustellen.

Amnesty International ist eine mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Basisorganisation für Aktivisten mit über 2.8 Millionen Unterstützern, Aktivisten und Freiwilligen in über 150 Ländern, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt. Die Organisation untersucht und entlarvt Missbrauch, unterrichtet und mobilisiert die Öffentlichkeit und arbeitet dafür, dass Menschen beschützt werden, wo immer Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit und Würde verhindert werden.

 Kontakt: AI-USA, Pressebüro für Medienbeziehungen, 202-509-8194

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