Der Rauchfang der Hirschfabrik in Schottwien rauchte ein letztes Mal!
Aufsehen erregende Aktion in Schottwien. Nachdem die Objekte der ehemaligen Hirschfabrik in Schottwien abgerissen wurden, stand nur noch der etwa 30 Meter hohe Kamin. Er fiel heute im Rahmen einer Sprengübung der Feuerwehr.
Auf dem Areal der ehemaligen Hirschfabrik in Schottwien wurden sämtliche Gebäude und Bauwerke von der Hans Zöching GmbH aus Hainfeld abgerissen. Mit der Kaminsprengung konnte die Sprenggruppe 15 Neunkirchen des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrkommandos heute eindrucksvoll und medienwirksam ihr Können unter Beweis stellen.
Dass die Sprenggruppe 15 ihr explosives Handwerk versteht, hatte sie in der Vergangenheit bereits öfter im Bezirk Neunkirchen in der Königsdisziplin Kaminsprengung unter Beweis stellen können. Daher wurde als Übungsobjekt eben der Kamin am Hirsch-Areal ausgewählt. Rund 30 Meter hoch mit einem Durchmesser von annähernd drei Metern, stellt dieses himmelragende Objekt besonders durch eine Vormauerung an der Seite, die vom ehemaligen Kesselhaus stammt, eine besondere sprengtechnische Herausforderung dar.
Mit zwei in den Kamin gestemmten Fallschlitzen wurde die exakte Fallrichtung vorgegeben. Diese beiden Schlitze – im 90 Grad Winkel zur Fallachse angebracht – wirken wie ein Scharnier. Zwischen den beiden Schlitzen wurde der Mauerkeil im Kamin gezielt durch genau berechnete Ladungen herausgesprengt.
Mit 27 elektrischen Sprengzündern und etwas weniger als zwei Kilo gelatinösem Sprengstoff, verteilt auf 25 Bohrlöcher, wurde der gemauerte Ziegelriese zum Umfallen gebracht, dabei blies der alte Kamin zum letzten Mal Rauch in die kalte Winterluft. Martin Ertl, der Sprengdienst Gruppenkommandant im Bezirksfeuerwehrkommando Neunkirchen, schildert gegenüber Schwarzataler Online: „Der lange Zeit unbenutzte Rauchfang war durch jahrzehntelangen Regen innen bereits sehr sehr sauber. Wir haben mit Übungsrauch ein wenig nachgeholfen, damit der Rauchfang vor der Sprengung ein letztes Mal rauchen durfte – was uns schon aus nostalgischen Gründen überaus wichtig war. Der von uns eingesetzte Übungsrauch ist für Mensch, Tier und Umwelt ungiftig und wir haben zuerst weißen und dann grünen Rauch durch den Schlot strömen lassen. Der Wind am heutigen Tag war goldrichtig, die weiß-grünen Schwaden zogen daher Richtung Steiermark.”
Die Sprengaktion lockte zahlreiche Schaulustige und sorgte für viel Interesse im Ort, da damit auch ein – in den vergangenen Jahrzehnten quasi zu einem Wahrzeichen gewachsenes – Relikt früher industrieller Zeit aus Schottwien verschwand.





18. Februar 2011 






















Schade um die alte Fabrik und vor allem um den Schornstein. Das Brüsten um eine gelungene Sprengübung halte ich hier fehl am Platz. Wieder ein Zeuge der Industrialisierung Österreichs weniger – schade darum!