Rettet das Weltkulturerbe Semmeringbahn!
Diese Woche startet „Alliance For Nature“ die Kampagne „Rettet das Weltkulturerbe Semmeringbahn“ (u.a. mit Hilfe personalisierter Briefmarken), nachdem kommenden Montag die mündliche Verhandlung zum NÖ Großverfahren in Gloggnitz durchgeführt wird.
Mit personalisierten Briefmarken macht die Landschaftsschutzorganisation „Alliance For Nature“ nun auf die Bedrohung der unter Denkmalschutz stehenden Semmeringbahn und ihrer umgebenden Kulturlandschaft aufmerksam. Denn geht es nach dem Willen der hohen Politik und Bauwirtschaft, soll diese außergewöhnliche 41 Kilometer lange Gebirgsbahn, dem schönsten Streckenabschnitt der Südbahn, durch einen rund 28 Kilometer langen Basistunnel ersetzt werden. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erwarten sich durch dieses milliardenschwere Tunnelprojekt eine Fahrzeitverkürzung von rund 20 Minuten.
Schon in den 1990er Jahren sollte diese außergewöhnliche Hochgebirgsbahn, die durch 16 Tunnels und über 16 teils zweistöckigen Viadukten die Atem beraubende Passlandschaft des Semmerings überwindet, durch einen 22 Kilometer langen, einröhrigen Tunnel ersetzt werden. Doch der Widerstand der örtlichen Bevölkerung und des Landes Niederösterreich vereitelte die Realisierung der „unnützen Röhre“. Denn der Tunnel sollte im Landschaftsschutzgebiet „Rax-Schneeberg“ errichtet werden, das die gesamte Semmering-Region als auch die 1. Wiener Hochquellen-Wasserleitung mit Trinkwasser versorgt. Schon damals sollten 75 Liter Wasser pro Sekunde auf Dauer abgeleitet und dem natürlichen Wasserhaushalt entzogen werden. Dementsprechend verwehrte auch die Behörde dem Projekt die naturschutzrechtliche Genehmigung. Ein massiver Wassereinbruch in den Sondierstollen stoppte letztendlich die bereits aufgefahrenen Baumaschinen. Das Tunnelprojekt wurde politisch abgesagt. Stattdessen konnte „Alliance For Nature“ die Semmeringbahn samt umgebender Kulturlandschaft als erste Hochgebirgsbahn der Welt in den Kreis der UNESCO-Welterbestätten führen.
Gefahr im VerZUG!
Doch obwohl die gesamte Semmering-Region mit ihrer weltberühmten Eisenbahn unter dem Schutz der UNESCO und der internationalen Staatengemeinschaft steht, hat das Verkehrsministerium nun doch einen Baugenehmigungsbescheid erlassen. Nach den ÖBB-Plänen soll nun sogar ein rund 28 Kilometer langer, zweiröhriger Tunnel zwischen Gloggnitz in Niederösterreich und Mürzzuschlag in der Steiermark gebohrt werden. Die ÖBB rechnen mit Wasserausleitungen von bis zu 38 Millionen Litern pro Tag – auf Dauer. Dies ist die sechsfache Wassermenge im Vergleich zum alten Tunnelprojekt. Dennoch haben die von der Behörde bestellten Gutachter dem neuen Tunnelprojekt eine sogenannte „Umweltverträglichkeit“ beschieden. Dass damit das Versiegen von Quellen, das Austrocknen von Feuchtgebieten im Landschaftsschutzgebiet, die Beeinträchtigung von Fauna und Flora sowie die Veränderung des Landschaftsbildes in Kauf genommen wird, bedeutet für das Welterbe-Gebiet rund um die von der Einstellung bedrohte Semmeringbahn „Gefahr im Verzug“.
Internationaler Appell mit Hilfe von Briefmarken
Neben Einwendungen und Berufungen an die jeweiligen Behörden sowie Beschwerden an die Höchstgerichte, Pressemitteilungen und Publikationen macht „Alliance For Nature“ nun auch mit Hilfe personalisierter Briefmarken gegen das Tunnelprojekt mobil. „Rettet das Weltkulturerbe Semmeringbahn“ lautet der Hilferuf auf den soeben erschienenen Briefmarken, der die Weltöffentlichkeit auf die Bedrohung dieses internationalen Kulturgutes aufmerksam machen soll.
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Sie erhalten die beiden Briefmarken gemeinsam mit dem Buch „Weltkulturerbe Semmeringbahn“, einem Führer zur ersten UNESCO-Eisenbahn-Welterbestätte, um EUR 19,90 (plus Versandspesen) bei „Alliance For Nature“, Thaliastraße 7, 1160 Wien. office@AllianceForNature.at –
Informationen auch auf: www.AllianceForNature.at





11. Oktober 2011 










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