Für Laster ist es eng am Johannesfelsen!

Am vergangenen Donnerstag stand in Gloggnitz ein Fahrversuch mit Schwerfahrzeugen auf dem Programm. Damit sollte nachgewiesen werden, dass der vermehrte Schwertransport im Falle von Bauarbeiten am umstrittenen Semmering-Basistunnel problemlos durch die Stadt rollen kann. Fazit der Testfahrten: Am Johannesfelsen wird das Rollen der Laster zum Stau bildenden Kriechen.

Nichts für Autofahrer mit Hang zur Klaustrophobie

Es wurden Lastwagen mit Anhänger auf den Abschnitt der B27 im Bereich Dirnbacherkurve-Semmeringstraße-Schlaglkurve geschickt. Vom Sachverständigen wurde festgehalten, dass „unter Berücksichtigung der Regeln der Fahrtechnik und somit eines vorausschauenden Fahrens“ ein Begnungsverkehr zwischen zwei Schwerfahrzeugen möglich ist. Im Bereich Dirnbacherkurve und der Schlaglkurve war dies im Test mit normalen Geschwindigkeiten möglich. Recht schwierig war es für die Kraftfahrer an der Engstelle beim Johannesfelsen.

Millimeterarbeit für die Kraftfahrer

Das Nadelöhr ist der Johannesfelsen

Carl Dirnbacher von der Bürgerinitiative “Biss” skizziert: „Laut Sachverständigen ist die Fahrbahn rund 5,50 Meter breit. Eine Restfahrbahnbreite von 3,5 Meter bleibt nicht frei. In der Praxis heißt das: ein Lkw ist bis zu 2,55 Meter breit. Zwei Lkw somit  5,10 Meter. Das heißt, es verbleiben rund 40 Zentimeter. Aufgeteilt auf links und rechts und in der Mitte sind das nur je 13 Zentimeter Abstand! Die Fahrer müssen daher sehr langsam im Schritttempo und vorsichtig die Engstelle passieren, damit es sich ausgeht! Festzuhalten ist auch, dass an beiden Straßenseiten Gehsteige sind. Hier besteht die Gefahr, dass die Gehsteige überfahren werden. Personen- und Sachschäden sind unserer Ansicht nach nicht auszuschließen!“

Gerade einmal 13 Zentimeter Spiel bleibt zwischen den Schwerfahrzeugen

Während des Fahrversuches waren einige Anrainer vor Ort und haben ihre Bedenken geäußert. Dirnbacher: „Seitens der Behörde wurde darauf nicht eingegangen.“ Nach dem Fahrversuch wurde die Verhandlung auf der Gemeinde fortgesetzt, die Aussage des Sachverständigen schriftlich festgehalten. „Seitens der Behörde wurden die Einwendungen der Anrainer nicht berücksichtigt. Die Bürgerinitiative wurde nicht gefragt, ob noch Einwendungen oder Vorbringen bestehen. Vielmehr wurde von der Verhandlungsleiterin der Verhandlung geschlossen“, so Dirnbacher.

Wenig Platz für dicke Brummis beim Johannesfelsen

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