Semmeringbahn: Briefmarken zum 210. Geburtstag Carl Ritter von Ghega
Am 10. Januar 1802 wurde Carl Ghega geboren. Aus diesem Anlass gibt die Österreichische Post die Sondermarke „210. Geburtstag Carl Ritter von Ghega“ zu Ehren dieses berühmten Konstrukteurs heraus. Da aber sein Meisterwerk, die Gebirgsbahn über den Semmering, durch einen Tunnel ersetzt werden soll, werden zeitgleich auch personalisierte Briefmarken mit dem Appell „Rettet das Weltkulturerbe Semmeringbahn“ aufgelegt.
In den Jahren 1848 bis 1854 wurde die Semmeringbahn nach Ghegas Plänen erbaut und im Juli 1853 das letzte Gleisstück am Viadukt über die Kalte Rinne eingesetzt. Es ist das mächtigste Bauwerk der Semmeringbahn und beschreibt einen Kreisbogen von 193,5 Grad. In schwindelerregender Höhe von 46 Metern überquert der Zug das in zwei Etagen ausgeführte Bauwerk.
Auf der aktuellen Sondermarke nach dem Entwurf von Ernst Sladek (Auflage: 700.000 Marken in Kleinbögen von 10 Stück; Ausgabetag: 10.01.2012), erhältlich bei der Österreichischen Post ist erstmals auch eines der 55 Bahnwärterhäuser abgebildet. Diese Häuser wurden damals derart platziert, dass die gesamte Bahnstrecke eingesehen werden konnte und möglichst überall Sichtkontakt zwischen ihnen bestand. Das genau gegenüber der wildzerklüfteten Polleroswand gelegene Bahnwärterhaus ist heute im Privatbesitz und wird derzeit liebevoll restauriert.
Denn sein Besitzer Georg Zwickl richtet darin das erste „Ghega-Museum“ der Welt ein. Es soll 2012 eröffnet werden, also in jenem Jahr, in dem die Österreichischen Bundesbahnen mit dem Bau des umstrittenen Basistunnels beginnen wollen, der die Semmeringbahn ersetzen und den Bahnreisenden eine Fahrzeitverkürzung von etwas mehr als eine Viertelstunde bescheren soll. Der Ausblick auf die unter UNESCO-Schutz stehende Gebirgslandschaft wird dann aber nicht mehr möglich sein, werden die IC-Züge sodann durch den knapp 28 Kilometer langen Tunnel geschleust. Fraglich wird dann auch der Fortbestand der Semmeringbahn, wird sie doch mit Realisierung des Basistunnels zur exklusivsten Nebenbahn der Welt degradiert. Verbindliche Vereinbarungen zur Erhaltung der Semmeringbahn gibt es ja nicht.

Deshalb gibt die Landschaftsschutzorganisation „Alliance For Nature“, die 1998 Ghegas Meisterwerk in den Kreis der UNESCO-Welterbestätten geführt hat, erneut zwei Protestbriefmarken heraus. Die Briefmarken mit dem an die Weltöffentlichkeit gerichteten Appell „Rettet das Weltkulturerbe Semmeringbahn“ zeigen einerseits das Konterfei Ghegas mit einem Personenzug aus der Dampflok-Ära im Haltestellenbereich Küb und andererseits einen IC-Zug auf dem winterlichen Krauselklause-Viadukt. Durch die kleine Auflage von jeweils 400 Stück sind diese personalisierten Briefmarken eine Rarität für Eisenbahn-Philatelisten.
Info: www.AllianceForNature.at





9. Januar 2012 





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