Wie lassen sich die Ausmaße der Klimakatastrophe unmittelbar beim Menschen begreifbar machen? Autorin Alina Lindermuth wagt in ihrem neuen Roman ‚Stammzellen‘ ein realistisch anmutendes und ausgefeiltes Gedankenexperiment: Die Menschen entwickeln sich nach und nach zu Bäumen. Die sogenannte Dendrose stellt Gesellschaft und Wissenschaft vor ein Rätsel. Ronja, eine engagierte Ärztin, widmet sich der Erforschung der neuen Krankheit, bis sie plötzlich selbst davon betroffen ist… Alina Lindermuths aktueller Roman ‚Stammzellen‘ erschien im März bei Kremayr & Scheriau.
Ronja und Elio teilen ihre Faszination für die Natur, frisch verliebt beginnen sie ein gemeinsames Leben in einer Kleinstadt am Fuße der Alpen. Doch schon bald werden sie von einem Phänomen eingeholt, das die Welt seit einigen Jahren in Atem hält: der willkürlichen Entwicklung erwachsener Menschen zu Bäumen…
In ihrem neuen Roman nähert sich Alina Lindermuth einer Zukunftsvision, die gleichzeitig aufrüttelt und tröstet. Wie erleben Betroffene die sogenannte Dendrose und wie gehen ihre Familien damit um? Wie reagiert die Gesellschaft, was bedeutet das Phänomen für Politik, Unternehmen oder auch Krankenhäuser? Allmählich wird klar, dass die bestehenden Risse in der Bevölkerung immer tiefer werden.
Eine feinfühlige Liebesgeschichte im Zentrum der größten Herausforderung unserer Zeit: Die Autorin Alina Lindermuth denkt angesichts der Klimakrise zu Ende, was geschehen würde, wenn die Natur auf sanfte, aber irreversible Art ihren größten Widersacher zu einem Teil von sich selbst zurückbildet.
Alina Lindermuth – Stammzellen | Roman | Kremayr & Scheriau 2025 | Hardcover mit Schutzumschlag gebunden | 312 Seiten | Format 12 x 20cm | 1. Auflage – März 2025 | ISBN: 978-3-218-01446-5 | € 25 |
Alina Lindermuth wurde 1992 in Villach/Kärnten geboren. Nach dem Schulabschluss ging sie nach Indien. Es folgten Studien der Südasienkunde, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Wien und Singapur sowie Aufenthalte in Nepal, Italien und China. Ab 2018 arbeitete sie als strategische Unternehmensberaterin für Ernst&Young Parthenon in Wien, 2022 folgte die Gründung ihres Unternehmens Textory. 2010 wurde die Kurzgeschichte ‚Zum Schreien‘ mit dem Ingeborg Bachmann Jungendliteraturpreis ausgezeichnet. Für ihre Romane ‚Die Wahrscheinlichkeit des Zufalls‘ (2020) und ‚Fremde Federn‘ (2023) erhielt sie Preise und Stipendien, u. a. das Reisestipendium des BMKÖS für Sri Lanka, den Bruno-Gironcoli-Förderpreis und den Sonderpreis des Wiener Werkstattpreises. Die Arbeit an ‚Stammzellen‘ wurde 2024 durch einen Arbeitsaufenthalt der Literar Mechana in Berlin, das Arbeitsstipendium des BMKÖS sowie das Projektstipendium der Stadt Wien gefördert.
Fotos © Walter Pobaschnig, Kremayr & Scheriau