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DER SCHWARZATALER TiPP VON DER SCHEiBENWELT :: ‚Lost In Another World‘ von James Ellis Ford – das Album aus dem Krankenhaus


Als sich die Weihnachtsfeiertage 2024 näherten, hätte es für James Ellis Ford (47) beruflich kaum besser laufen können. Der englische Komponist, Multiinstrumentalist, Produzent und Songwriter hatte seinen Ruf als eines der vielseitigsten Talente der aktuellen Musikszene längst gefestigt und mit Künstlern von Arctic Monkeys über Depeche Mode bis hin zu Blur und Geese gearbeitet. Sein Posteingang quoll über vor Arbeitsangeboten; sein Kalender war auf Monate, wenn nicht Jahre hinaus ausgebucht.


Doch James Ellis Ford ahnte nicht, dass er nur wenige Wochen später die niederschmetternde Nachricht erhalten würde, an einer aggressiven Form von Leukämie erkrankt zu sein. Ebenso wenig ahnte er, dass er nur Monate später das Soloalbum Lost In Another World über die Erfahrung schreiben, einspielen, singen, aufnehmen und mischen würde – während er noch im Krankenhaus lag und eine intensive Behandlung durchlief.

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James Ellis Fords beeindruckendes, emotional tiefgehendes zweites Soloalbum, das am vergangenen Freitag bei Domino erschien, entstand in etwas mehr als zwei Wochen vollständig auf einer Krebsstation zwischen zermürbenden Chemotherapie-Zyklen.

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Als nach dem zweiten Chemotherapie-Zyklus langsam die Energie zurückkehrte, fühlte sich für James Ellis Ford nur eines richtig an: Musik machen. Er erinnert sich: „Ich hatte meinen Laptop für E-Mails – aber darauf ist auch mein komplettes virtuelles Studio. Und normalerweise mache ich jeden Tag Musik. Also habe ich genau das getan“.

Seine Frau Sereen brachte ihm nach und nach Equipment ins Krankenhaus: erst einen kleinen Klapptisch, dann Mikrofon, MIDI-Keyboard, Soundkarte und zwei kleine Synthesizer. Alles zusammengequetscht auf einer Fläche so groß wie ein Schultisch. Das Pflegepersonal reagierte mit Neugier und Bewunderung – Blutdruckmessungen während Gesangsaufnahmen wurden zur Normalität. „Die Ärzte und Pflegekräfte des Spitals sind unglaubliche Menschen“, lobt James Ellis Ford.

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Die Musik von James Ellis Ford entwickelte einen leichten japanischen Elektronik-Touch, beeinflusst von Künstlern wie Ryuichi Sakamoto oder dem genialen Yellow Magic Orchestra. Erste Rückmeldungen von seinem Vater und seinem Freund Bill Ryder-Jones bestärkten ihn, die Stücke als Album zu denken.

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Nach diesen surrealen Monaten zieht James Ellis Ford ein nüchternes Fazit: „Ich freue mich ehrlich gesagt darauf, zur Abwechslung mal wieder ein Album ganz normal im Studio zu machen.“

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Bemerkenswert ist, dass das Album komplett im Krankenhaus entstand – geschrieben, aufgenommen, produziert von einem Patienten. Doch entscheidend ist nicht die technische Leistung, sondern die ungeschützte Ehrlichkeit. Anders als viele Künstler, die erst im Nachhinein über solche Erfahrungen schreiben, entstand dieses Werk mitten im Geschehen und
nach seiner Entlassung widerstand James Ellis Ford der Versuchung, alles neu aufzunehmen. „Das Album ist wie eine Zeitkapsel“, betont er lachend.

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Fotos © Domino Records, Dan Wilton

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