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Brixi Schultze | Mein Vater, der Fremde | Verlag Liber Libri Wien

Der berührende Bericht über das Leben und Sterben des Vaters der Reichenauerin Brixi Schultze, der in Norwegen nach einem tödlichen Flugzeugabsturz, vom fremden Feind zum betrauerten Menschen wurde ist ein bewegendes Zeugnis wie Menschen Ländergrenzen und Konflikte der Vergangenheit bewältigen können. Die Autorin liest am 4. Juli im Literatursalon Wartholz.

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mein vater 001Die Bemühungen des norwegischen Chronisten, die Tochter des abgeschossenen Fliegers zu finden, den die Menschen Sæbøs in Ehren gehalten hatten, werden in bewegender Weise geschildert – ebenso wie die Begegnungen mit den Menschen in Sæbø und Wien. Eindringlich ist diese Erzählung über die persönliche Auseinandersetzung einer Tochter mit der Geschichte ihres Vaters, der aus voller Überzeugung bei den deutschen Fliegern war. Doch ebenso beeindruckend ist der achtsame Umgang der Sæbøer mit „ihrem“ Feind: Sie haben es nicht nur geschafft, über Landesgrenzen hinweg eine Aussöhnung mit der Vergangenheit herbeizuführen, sondern versuchen auch, aus der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Fliegers und des Nationalsozialismus zu lernen: Jedes Jahr fährt eine Klasse der städtischen Schule nach Auschwitz. Denn ihnen ist klar, dass auch der Feind ein Mensch war.

Brixi Schultze wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geboren und musste die schweren Nachkriegsjahre, aufgrund der Abwesenheit des Vaters, nur mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester durchstehen. Später war sie in der Verwaltung tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien und in Reichenau an der Rax, in dem Haus, das ihr Vater, der in Norwegen abgeschossene Flieger, für seine kleine Familie zu bauen begonnen hatte.

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Autorin und Malerin Brixi Schultze © privat
Autorin und Malerin Brixi Schultze © privat

Brixi Schultze wurde am 7. Juni 1943 in Wien geboren. Nach einer von der Nachkriegszeit geprägten Kindheit nahm ihr künstlerischer Werdegang in den frühen 60er Jahren seinen Anfang.

Von 1960 bis 1964 verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Dekorateurin bei der Email-Manufaktur Steinböck in Wien und studierte nebenbei Modezeichnen und Aktmalerei an der Akademie für Bildende Kunst am Schillerplatz. Beeindruckt von einer Reise nach Dresden und dem Besuch einer Ausstellung von Käthe Kollwitz, begann Brixi Schultze ihr zeichnerisches Talent unter Anleitung des akademischen Malers Janofsky auszuformen.

Eine längere Kinderpause und der Notwendigkeit eine Familie zu erhalten zwang sie ihre künstlerischen Ambitionen zurückstellen. Bedingt durch eine schwere Krankheit musste sie 1994 ihren bürgerlichen Beruf an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt aufgeben. Damit bot sich Brixi Schultze wieder mehr Gelegenheit sich der Malerei zu widmen. Weiterhin versuchte sie in Kursen (VHS Hietzing u. Mauer) sich in ihren Ausdrucksformen zu vervollkommnen.

Von unendlichem Schöpfungsdrang und Neugierde getrieben, versuchte sie sich neben der Malerei auch in anderen Kunstformen wie Keramik und Seidenmalerei. Nebenher erfüllte sie sich ihren Jugendtraum und belegte 1996 an der Wiener Universität das Studium der Kunstgeschichte als außerordentliche Hörerin. Derzeit findet die niemals ruhende Künstlerin in der Aquarellmalerei ihre Erfüllung. Unabhängig von jeder Technik und jedem Stil, kennzeichnet eine große Naturverbundenheit und Liebe zum Detail die Arbeiten von Brixi Schultze.

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Nächste Termine

Samstag, 4. Juli 2015, 17 Uhr

Lesung aus dem Buch: Mein Vater, der Fremde

Schloss Wartholz, Hauptstraße 113, 2651 Reichenau an der Rax

Donnerstag, 23. Juli 2015 (Vernissage) bis Donnerstag, 6. August 2015

Ausstellung: Aquarelle- und Ölbilder

Galerie im 5er Haus, Schlossplatz 5, 2651 Reichenau an der Rax

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Mein Vater, der Fremde – vom fremden Feind zum betrauerten Menschen, 218 Seiten, mit zahlreichen Farbbildern und Dokumenten, Broschur, Verlag Liber Libri Wien, ISBN 978-3-85481-080-3, Euro 22,80/sfr 37,20

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