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Eine leuchtend blaue Banane und geographische Theorien

Banane Bleue – der Titel des Ende Februar erschienenen neuen Albums von ‚Frànçois & The Atlas Mountains‘, steht für das Konzept der ‚blauen Banane‘, einer geographischen Theorie, die in den 1980er Jahren konzipiert wurde. In der Theorie wird ein Korridor der größten Städte Europas zusammengefasst und postuliert, dass die Auflösung der Grenzen dieser Städte zur Bildung einer einzigen massiven, miteinander verbundenen Megalopolis führen wird. 

Frànçois erweiterte diese Theorie und stellte sich eine leuchtend blaue Bananenform vor, die man vom Weltraum aus sehen kann, mit lebhaften, ätherischen Strömungen, die uns umgeben und verbinden. Er erforscht den gemeinsamen kulturellen und romantischen Boden und schafft ein Album voller verpasster Begegnungen und Missverständnisse. 

Über die Theorie sagt er: “I have often asked myself what my relationship history would be like if I had been born on another continent. Our idea of love, which comes from the 18th and 19th centuries, is ingrained in the walls and aromas of cities, cafes, nights out in bars, text messages, artificial lights, romantic getaways and city breaks; as if European electricity emitted some kind of romantic scent.” – (Ich habe mich oft gefragt, wie meine Beziehungsgeschichte aussehen würde, wenn ich auf einem anderen Kontinent geboren worden wäre. Unsere Vorstellung von Liebe, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt, ist in den Mauern und Aromen von Städten, Cafés, Abenden in Bars, Textnachrichten, künstlichem Licht, romantischen Kurzurlauben und Städtereisen verwurzelt; als ob europäische Elektrizität einen romantischen Duft ausstrahlen würde.)

Banane Bleue ist eine nomadische und eine dureuropäische Platte, die in angemieteten Arbeitsräumen in einigen der wichtigsten Städte des Kontinents – Berlin, Athen und Paris – entstand und mit Instrumenten aufgenommen wurde, die oft von gleichgesinnten Musikern geborgt wurden. Das Album schrieb Frànçois Marry. Der enge Mitarbeiter und Weird World-Künstler Jaakko Eino Kalevi  kümmerte sich um die Produktion, während Renaud Letang das Album (wie schon Alben von Feist, Gonzales oder Connan Mockasin) abmischte.

Fotos: le fils des ages farouches, Domino Records, Promotion

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