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Polizei klärt Überfälle in Wimpassing und St. Egyden – Bankräuber in Haft

Das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Raub, führte seit November 2012 Ermittlungen gegen einen unbekannten Täter wegen Verdachtes des mehrfachen Bankraubes. Dann half Inspektor Zufall und jetzt klickten für den mutmaßlichen Serienräuber, der sich geständig zeigt, die Handschellen. Am gestrigen 29. April wurde der 40-Jährige über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt in die dortige Justizanstalt eingeliefert. Von der Beute fehlt jede Spur.

Es war ein Zufall, dass ein Hausbesitzer aus dem Gemeindegebiet Eberstalzell, Bezirk Wels-Land, OÖ, am 22. April bei Aufräumungsarbeiten in seinem neu angemieteten Haus drei Kennzeichentafeln fand und diese auf der Polizeiinspektion Sattledt abgab. Bei den Ermittlungen der Polizeibediensteten stellte sich heraus, dass die Kennzeichentafeln gestohlen und bei Straftaten verwendet worden waren. Die Ermittlungen wurden daraufhin vom Landeskriminalamt Niederösterreich – Ermittlungsbereich Raub, in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Oberösterreich – Ermittlungsbereich Raub, übernommen.

Bei den rasch folgenden Ermittlungen erhärtete sich gegen den Vormieter des Hauses, einem 40-Jährigen aus dem Bezirk Wels-Land, der Verdacht, dass er mit mehreren bewaffneten Raubüberfällen in Verbindung stehen dürfte. Der 40-Jährige wurde in den Abendstunden des 28. April von Bediensteten der Direktion für Sondereinheiten – Einsatzkommando Cobra im Zusammenwirken mit Bediensteten der Landeskriminalämter Niederösterreich und Oberösterreich an seiner Wohnung im Bezirk Wels-Land festgenommen.

Sechs Raubüberfälle mit Messer und Regenschirm

Der Beschuldigte betrat am 8. November 2012, gegen 09.55 Uhr mit Schirmkappe und hochgezogenem Schal maskiert und mit einem Messer bewaffnet eine Bankfiliale in Wimpassing im Schwarzatale, bedrohte den Angestellten und forderte in bodenständigen Dialekt Bargeld, das der Beschuldigte in seiner Jacke verstaute. Anschließend flüchtete der Beschuldigte in unbekannte Richtung. Der Angestellte erlitt bei dem Raubüberfall einen Schock.

Der Bankräuber in Wimpassing.

Am 7. März 2013, gegen 11.50 Uhr, betrat der 40-Jährige mit Schirmkappe und Strumpfmaske maskiert und einem Messer bewaffnet eine Bankfiliale in St. Egyden bedrohte die Angestellte und forderte Bargeld, das er in einer Papiertasche verstaute. Anschließend verließ der Beschuldigte das Bankinstitut und flüchtete in unbekannte Richtung. Die Angestellte erlitt einen schweren Schock.

Raubüberfall in St. Egyden.

Der 40-Jährige betrat am 2. Dezember 2013, gegen 11.05 Uhr, maskiert und mit einem Messer bewaffnet erneut eine Bankfiliale in St. Egyden, bedrohte die beiden Angestellten sowie eine anwesende Kundin und forderte Bargeld, dass er anschließend in seiner Jacke und einer Papiertasche verstaute. Die drei Frauen wurden bei dem Überfall nicht verletzt, erlitten aber Schocks. Bei der anschließenden Alarmfahndung konnte die gesamte Raubbeute in einer versperrten Toilette eines Großmarktes im Stadtgebiet von Wiener Neustadt gefunden und sichergestellt werden.

Am 11. März 2016, gegen 15.00 Uhr betrat der Beschuldigte mit einer Sturmhaube maskiert eine Bankfiliale in Theresienfeld (Bezirk Wiener Neustadt—Land), bedrohte die Angestellte und zwei Kunden mit einer weißen Flasche und den Worten „Göd her, oder i zünd die Bank au!“. Er wiederholte die Drohung mehrmals und ging hinter das Kassenpult. Dabei drängte sich ein Kunde zwischen die Bankangestellte und den Beschuldigten und forderte ihn auf, die Bank zu verlassen. Der 40-Jährige flüchtete daraufhin ohne Beute. Die Angestellte erlitt einen schweren Schock.

Keine Beute in Theresienfeld.

Der 40-jährige Beschuldigte betrat am 30. September 2016, gegen 11.35 Uhr, mit Haube und Schal maskiert und mit einem Messer bewaffnet ein Bankinstitut in Offenhausen (Bezirk Wels-Land), bedrohte die Angestellte mit dem Messer und forderte Bargeld. Mit der Beute flüchtete er aus der Bank. Die Angestellte wurde nicht verletzt erlitt aber einen Schock.

Am 9. März 2017, gegen 10.45 Uhr, betrat der mutmaßliche Serienräuber neuerlich mit Haube und Schal maskiert das Bankinstitut in Offenhausen, und bedrohte den Angestellten mit einem Regenschirm und forderte Bargeld. Bei der Flucht dürfte die mitgebrachte Papiertasche aufgerissen sein, wodurch er einen Teil der Beute verlor. Der Bankangestellte erlitt durch den Überfall einen schweren Schock.

Der letzte Überfall in Oberösterreich.

Die Gesamtschadenssumme beläuft sich auf rund 155.000 Euro. Die Beute konnte nicht mehr aufgefunden werden.

Der 40-Jährige zeigte sich bei seiner Einvernahme geständig und wurde am 29. April über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt in die dortige Justizanstalt eingeliefert.

Fotos © LPD NÖ

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