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Schwarzenberg Trio spielte bei Bösendorfer in Wiener Neustadt modernes Klassikalbum ein

Mit dem Ausbruch des Coronavirus, im Frühling des Vorjahres, schienen sich fast alle Konzertpläne des Schwarzenberg Trios in Luft aufzulösen. Doch wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere, und so erhielt das Trio die Gelegenheit in der Bösendorfer Klaviermanufaktur in Wiener Neustadt eine CD einzuspielen. Das Ergebnis der kreativen Zeit in Wiener Neustadt ist das überaus feine Klassikalbum „Beethoven * Pirchner * Mendelsson“. Es landete am vergangenen Freitag auf der Scheibenwelt.

Die beiden ersten Klaviertrios von Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn mit Werner Pirchners „Heimat?“ in einem kompakten Konzertprogramm zu kombinieren, war bereits seit einiger Zeit der Wunsch des virtuosen Trios. Beethovens Opus 1 Nr.1 ist ein Werk voller Optimismus und Lebensfreude und Mendelssohns nicht minder positives Werk mit ihren jeweils ähnlichen dritten Sätzen sollten das nicht sofort greifbare Werk Werner Pirchners einrahmen. Selten beschrieben die Worte Pirchners ein Werk so treffend wie in diesem Fall: „Ich versuche Musik zu schreiben, die ausdrückt, was ich im Augenblick denke, fühle…und bin. Oder das Gegenteil“.

Das Schwarzenberg Trio spielte die neue CD in der Bösendorfer Klaviermanufaktur in Wiener Neustadt ein. Seit Freitag auf der Scheibenwelt.

Mit dem Ausbruch des Coronavirus, im Frühling des vergangenen Jahres schienen sich jedoch fast alle Konzertpläne in Luft aufzulösen. Doch wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere, und so erhielten das Schwarzenberg Trio die Gelegenheit in der Bösendorfer Klaviermanufaktur in Wiener Neustadt das Programm auf CD einzuspielen. „Hierfür gilt DI Dr. tech. Dieter Pichler und der Firma FCP für die schnelle und unkomplizierte Finanzierung dieses Projektes ein ganz besonderer Dank. So kann der Hörer dieser CD zu Hause – ’stay at home‘ sozusagen – letztlich doch unserem eigentlich für die Konzertbühne geplantem Programm lauschen und wir hatten bei der Aufnahme mindestens genauso viel Freude wie auf der Bühne“, sind sich die Tonkünstler des Schwarzenberg Trios einig.

Der Tiroler Komponist Werner Pirchner setzt viele Fragezeichen, und solche bleiben bei der Betrachtung von Werk und Persönlichkeit. Denn was ist er eigentlich, ein E- oder ein U-Musiker, wenn er zusammen mit dem Gitarristen Harry Pepl beim Montreux Jazz Festival Furore macht, aber sich auch eingehend mit der Neuen Wiener Schule und den ‚Darmstädter Beiträgen zu Neuen Musik‘ befasst? Wieder ganz anders ist schließlich die Musik, die er selbst schreibt und selbst bewusst ins PWV, also ins Pirchner Werk Verzeichnis aufnimmt – wer denkt hier nicht an das BWV, an das Werkverzeichnis Johann Sebastian Bachs? Und immer spielt Humor herein, etwa wenn er seine erste Langspielplatte von 1973 als ‚ein halbes Doppelalbum‘ betitelt oder wenn er in den Noten die Viertel nicht als Zeichen oder Ziffer, sondern als gefülltes Weinglas darstellt.

Das Schwarzenberg Trio

Franz-Markus Siegert, 1981 in Dresden geboren ist seit 2009 zweiter Konzertmeister des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er ab seinem 16. Lebensjahr in der Hochbegabtenklasse von Prof. Rudolf Rampf an der Musikhochschule Trossingen. 2001 begann er sein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Christian Altenburger, welches er im März 2009 mit Auszeichnung abschloss. Wichtige künstlerische Anregungen erhielt er außerdem in Meisterkursen in Aspen, Colorado, bei Dorothy Delay und Kurt Sassmannshaus. Während seines Studiums war er Konzertmeister des Gustav Mahler Jugendorchesters, wofür er 2007 mit dem Förderpreis der Europäischen Kulturstiftung ausgezeichnet wurde. Die Reihe der Orchester, von denen er Einladungen als Gastkonzertmeister erhielt, umfasst – neben vielen anderen – die Bayerische Staatsoper, das Bayerische Staatsorchester, das Philharmonia Orchestra London, das Bruckner Orchester Linz, das Basque National Orchestra, das Gulbenkian Orchestra Madrid, das Ensemble Kontrapunkte Wien und das Wiener Kammerorchester.

Auf Einladung Claudio Abbados war Siegert außerdem Mitglied des Orchestra Mozart in Bologna. Neben seiner Orchestertätigkeit ist die Kammermusik ein besonderer Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit, und so ist er Mitglied des Schwarzenberg Trios und des Rasumofsky Quartett Wien mit dem er seit 2011 regelmäßig Konzertreisen nach Japan unternimmt. Er wurde mit Preisen der Bundeswett bewerbe „Jugend musiziert“, unter anderem 1. Preis 2001 in Hamburg und 3. Preis 2000 in Berlin und des Violinwettbewerbs der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ausgezeichnet und war Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben, der Stiftung Gustav Mahler (Bozen), der Stiftung Villa Musica (Rheinland Pfalz) und der Thyll-Dürr-Stiftung (Schweiz).

Das geniale Schwarzenberg Trio: Hanna Bachmann, Roland Lindenthal und Franz-Markus Siegert haben in Wiener Neustadt viel Schönes geschaffen.

Der in Wien geborene und in Wolfurt aufgewachsene Cellist Roland Lindenthal absolvierte sein Studium bei William Pleeth in London sowie bei Prof. Wolfgang Boettcher in Berlin. Als Solist trat er unter der Leitung von u.a. Kyrill Petrenko, Christoph Eberle, Claudius Traunfellner und Peter Keuschnig auf. Seine besondere Leidenschaft gilt der Kammermusik. Mit Partnern wie Rainer Honeck, Bettina Gradinger, Patricia Kopatchinskaja, Cornelia Herrmann, Florian Krumpöck oder seinem Bruder Wolfgang Lindenthal gab er Konzerte in vielen Ländern Europas und in Japan. Seit 2000 ist Roland Lindenthal Solocellist an der Wiener Volksoper. Gemeinsam mit Hanna Bachmann und Franz-Markus Siegert bildet er das 2009 gegründete Schwarzenberg Trio.

Eine rege Konzerttätigkeit führte die, von Kirill Petrenko als ‚gereifte Persönlichkeit am Klavier‘ bezeichnete uns 1993 geborene Pianistin Hanna Bachmann in zahlreiche Länder Europas. Besonders hervorzuheben ist dabei ihr Auftritt beim Kultursommer Semmering. Die Stipendiatin des Vorarlberger Richard-Wagner-Verbands und Absolventin der Universität Mozarteum gab 2018 zudem ihr Mexiko-Debüt. 2019 folgten die Einladung nach Mexiko als Solistin für Clara Schumanns Klavierkonzert, eine vielversprechende Tournee in die USA und nach Kanada und ihr Israel-Debüt. Neben ihren Soloaktivitäten widmet sich Hanna Bachmann intensiv der Kammermusik und der Liedgestaltung. Bisher spielte die Pianistin zwei Soloalben u.a. mit Beethovens Diabelli-Variationen ein.

DAS SCHWARZENBERG TRIO sind

FRANZ-MARKUS SIEGERT – VIOLINE
ROLAND LINDENTHAL – CELLO
HANNA BACHMANN – KLAVIER

Fotos: Quinton Records / Lotus, Promotion

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