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Anna Katt aus Linz flirten auf ihrem Album ‚When It Comes To This‘ mit Jazz und Easy-Going

Zwei Gitarren und diese unglaublich schöne Stimme von Kristina Lindberg. Nicht mehr und nicht weniger. Das genügt, um zu verzaubern. Mit raffinierten Songs und stimmungsvollen Melodiebögen, fragil und dennoch kräftig, bauen Anna Katt aus Linz Brücken zwischen der Stahlstadt und dem südschwedischen Kattegat. Dort liegen die Wurzeln von Kristina Lindberg, die sich lange Zeit der elektronischen Musik – unter anderen für den Linzer Electronic-Zauberer Parov Stelar – verschrieben hat. Bis sie begann, die Musik von aller Technik zu befreien, zum Kern der Lieder vorzudringen. ‚When It Comes To This‘, das neue Album des Linzer Trios, landete gestern auf der Scheibenwelt.

Nach drei Singer-Songwriter-Alben mit Hang zu melodiösen Balladen hat die Linzer Band Anna Katt auf ihrer vierten Silberscheibe eine neue, frische und für sie ungewohnte Richtung eingeschlagen. Dafür ist das Trio einen ernsten Flirt mit dem Jazz eingegangen. Auslöser war der Lockdown und allgemeine Rückzug während der Pandemie.

Als musikalischen Gegenpol zur Hysterie, die um sie herum passierte, schufen Anna Katt ein jazziges Songbook der Leichtigkeit.

Singer-Songwriter sind wie Katalysatoren, die das, was in ihrer Umgebung passiert filtern. Als wegen Corona die ganze Welt in Isolation ging und das soziale Leben samt aller Veranstaltungen stillstand, entstand bei der schwedisch-österreichischen Formation das Bedürfnis nach Fröhlichkeit und Easy-Going.

„When It Comes To This“ weiht beschwingt und sphärisch den speziellen Sound der Albums ein. In „Hey There“ geht es musikalisch und gesanglich lasziv-leger zu und die augenzwinkernde Botschaft lautet: Ganz ruhig, die Welt wird sich auch ohne uns weiterdrehen. Bossa Nova und Sommer-frischen Style liefert „Sweet Summer Breeze“ mit Anklängen an den europäischen Jazz. „Night Train“ zeichnet ruhig fließend ein schönes Bild des Lebenszugs, in den Menschen einsteigen und dort etwas hinterlassen.

Live wollen Anna Katt ihr neues Programm ab kommendem Frühling präsentieren und für den Sommer ist eine Schweden-Tour geplant.


Mit „Söndag Morgon“ ist obligatorischer Weise wieder ein Lied auf Schwedisch dabei, eine klassische Jazznummer, die die spezielle Stimmung am Hausstrand im südschwedischen Kattegat schildert. „Familiar Things“ heißt die swingende Hommage an die Liebe, das Vertraute, die Sachen, die uns umgeben und Glück bedeuten.

Fotos: Robert Josipovic, O-TON RECORDS

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